Exil in der Türkei 1933–1945

In der Zeit des Nationalsozialismus gingen mehrere hundert Verfolgte ins Exil in der Türkei. Diejenigen, die von Deutschland ausgebürgert wurden oder aus anderen Gründen staatenlos waren, bekamen zum Teil „heimatlos“ in den Pass gestempelt, was zu einem Synonym für den Status der Exilanten wurde und als haymatloz in die türkische Sprache eingegangen ist.

  1. Der Jurist Ernst E. Hirsch geht darauf ein: „Durch welchen Rechtsakt und zu welchem Zeitpunkt ich die dt. Staatsangehörigkeit verloren habe, kann ich nicht mehr feststellen. … ich (habe) mich nicht bemüht, meinen dt. Reisepass, der spätestens im Frühjahr 1938 abgelaufen war, verlängern zu lassen. Denn entweder war ich schon ausgebürgert, wie ein mir zugetragenes Gerücht unter Hinweis auf eine Veröffentlichung im dt. Reichsanzeiger wissen wollte; oder ich musste damit rechnen, daß in meinen Paß ein „J“ und der Name „Israel“ als zusätzlicher Vorname von Amts wegen eingetragen würden, um mich auf diese Weise zu brandmarken.“ In: Als Rechtsgelehrter … 2008, S. 157.
  2. Heute wird der Begriff im aktuellen Kontext oft auch „haymatlos“ mit s geschrieben, zum Beispiel als Name für kulturelle Events, Bars usw.