Existenzielles Risiko durch künstliche Intelligenz

Existenzielles Risiko durch künstliche Intelligenz bezeichnet die Hypothese, dass wesentliche Fortschritte bei der Entwicklung von Artificial General Intelligence (AGI) zum Aussterben der Menschheit oder zu einer anderen unumkehrbaren globalen Katastrophe führen könnten.

Ein Argument stellt sich wie folgt dar: Der Mensch ist anderen Arten überlegen, weil das menschliche Gehirn über besondere Fähigkeiten verfügt, die anderen Tieren fehlen. Sollte die KI also eine übermenschliche Allgemeine Intelligenz oder Superintelligenz entwickeln, könnte es schwierig oder unmöglich werden, sie zu kontrollieren. So wie das Schicksal des Berggorillas vom Wohlwollen der Menschen abhängt, könnte auch das Schicksal der Menschheit von den Handlungen einer zukünftigen maschinellen Superintelligenz abhängen.

Wie plausibel eine existenzielle Katastrophe durch Künstliche Intelligenz (KI) ist, wird breit diskutiert und hängt zum Teil davon ab, ob AGI oder Superintelligenz erreichbar sind, wie schnell sich gefährliche Fähigkeiten und Verhaltensweisen entwickeln und ob es konkrete Szenarien für eine Machtübernahme durch KI gibt. Besorgnis über Superintelligenz wurde von führenden Informatikern und Firmenchefs wie Geoffrey Hinton, Yoshua Bengio, Alan Turing, Elon Musk, und dem CEO von OpenAI Sam Altman geäußert. In einer Umfrage unter KI-Forschern aus dem Jahr 2022 mit einer Antwortrate von 17 % gab die Mehrheit der Befragten an, dass die Unfähigkeit, KI zu kontrollieren, mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 % oder mehr zu einer existenziellen Katastrophe führen wird. 2023 unterzeichneten Hunderte von KI-Experten und anderen namhaften Persönlichkeiten eine Erklärung, in der es heißt: „Die Minderung des Risikos des Aussterbens durch KI sollte neben anderen Risiken von gesamtgesellschaftlichem Ausmaß wie Pandemien und Atomkrieg eine globale Priorität sein.“ Infolge der zunehmenden Besorgnis über KI-Risiken forderten führende Regierungsvertreter wie der ehemalige britische Premierminister Rishi Sunak und der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres eine stärkeren Fokus auf die globale KI-Regulierung.

Zwei Quellen der Besorgnis ergeben sich aus den Problemen der KI-Kontrolle und -Ausrichtung: Es könnte schwierig sein, eine superintelligente Maschine zu kontrollieren oder ihr menschliche Werte zu vermitteln. Viele Forscher glauben, dass sich eine superintelligente Maschine gegen Versuche, sie zu deaktivieren oder ihre Ziele zu ändern, wehren würde, da sie dies von der Verfolgung ihrer derzeitigen Ziele abhielte. Es wäre äußerst schwierig, eine Superintelligenz mit der gesamten Bandbreite bedeutsamer menschlicher Werte und Grenzen in Einklang zu bringen. Im Gegensatz dazu argumentieren Skeptiker wie der Informatiker Yann LeCun, dass superintelligente Maschinen keinen Wunsch nach Selbsterhaltung hegen werden.

Eine dritte Quelle der Sorge ist, dass eine plötzliche „Intelligenzexplosion“ die unvorbereitete Menschheit überraschen könnte. Derlei Szenarien ziehen die Möglichkeit in Betracht, dass eine KI, die intelligenter ist als ihre Schöpfer, in der Lage sein könnte, sich selbst mit exponentiell steigender Geschwindigkeit rekursiv zu verbessern, und zwar so schnell, dass sie von ihren Betreibern und der Gesellschaft als Ganzes nicht länger kontrolliert werden kann. Empirische Beispiele wie das Programm AlphaZero, das sich selbst das Gospielen beibrachte, zeigen, dass sich bereichsspezifische KI-Systeme manchmal sehr schnell von dem Menschen Unterlegenen zu Akteuren mit übermenschlichen Fähigkeiten entwickeln können, obwohl solche Systeme keiner Änderung ihrer grundlegenden Architektur bedürfen.

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