Führungsband
Das Führungsband (auch Führungsring) ist Teil eines Geschosses aus Rohrwaffen. Es hat in der Regel drei innenballistische Aufgaben:
- Die Abdichtung des Verbrennungsraumes zwischen Rohrwand und Geschoss.
- Vermittelt dank der Züge im Rohr dem Geschoss eine Rotation um die Längsachse (Drall).
- Dient als hintere Führung des Geschosses im Lauf.
Die Führungsbänder bestehen meist aus einem weicheren Metall als Rohr und Geschoss, sodass sie sich in die Züge einpressen lassen.
Als Metall wird oft Kupfer oder eine Kupferlegierung aus Kupfer und 5 bis 11 % Zink benutzt, die im angelsächsischen Bereich Gilding Metal genannt wird und im Deutschen als Rottombak. Selten wird Stahl verwendet, wie zum Beispiel bei dem deutschen Paris-Geschütz. Je nach Beanspruchung werden ein oder zwei Führungsbänder angebracht. Die Führungsbänder um das Geschoss weisen stets einen etwas größeren Durchmesser als das Innenkaliber des Rohres auf, um eine vollständige Abdichtung beim Schuss zu erreichen. Gleichzeitig erhält das Geschoss bei der Beschleunigung eine Rotationsbewegung um die Längsachse, also den Drall, was sich auf die Präzision der Flugbahn auswirkt.
Panzergeschosse, die aus Glattrohrkanonen verschossen werden, haben keine Führungsbänder. Häufig sind diese unterkalibrig und haben zur Abdichtung einen Treibspiegel, der beim Verlassen des Rohres abfällt. Die Stabilisierung wird dabei durch automatisch ausklappende Flügel oder Finnen erreicht. Der Vorteil ist die einfachere Fertigung der Rohre und weniger Verschleiß. Da weniger Reibungskräfte am Geschoss auftreten, erhöht sich bei gleicher Treibladung die Mündungsgeschwindigkeit und damit die Treffgenauigkeit, die Durchschlagskraft und die Reichweite.