Festung Küstrin

Die Festung Küstrin war eine Festung, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zum Schutz der Residenzstadt Küstrin der damaligen Markgrafschaft Brandenburg-Küstrin errichtet wurde. Seit dem 18. Jahrhundert hatte sie wegen ihrer Lage an der Einmündung der Warthe in die Oder durch den Ausbau der Wasserwege um Berlin, verbunden mit dem Gewinn Schlesiens, die östliche Schlüsselposition für die Verteidigung der Zentrallandschaft des brandenburg-preußischen Staates inne. Man spricht im Zusammenhang von der Küstriner Festung mit deren Fort-Außenbauwerken auch westlich der Oder vom Küstriner Festungsring. Für die große Bedeutung der Festung spricht, dass erst 1920 die Siegermächte des Ersten Weltkriegs ihre Existenz durch den Versailler Vertrag beendeten. Kurz danach begann der Abriss der östlichen Stadtumwallung. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Küstrin 1945 wieder zur Festung erklärt und die Stadt durch die Kampfhandlungen bis Ende März 1945 nahezu vollständig zerstört. Seit dem Kriegsende liegt der Teil der Festungsbauwerke auf der rechten Oderseite im polnischen Kostrzyn nad Odrą, die restlichen Außenwerke in der deutschen Gemeinde Küstriner Vorland. Die in Polen gelegenen und ohnehin beschädigten Festungsbauwerke sind durch Sprengungen und Abbrucharbeiten zur Materialgewinnung weiter zerstört worden. Seit den 1990er Jahren erfolgt eine Restaurierung der Festungsanlagen in der Altstadt und des von Kriegszerstörungen verschonten Forts Gorgast, während die anderen Außenwerke infolge Leerstand verfallen.