Framing (Sozialwissenschaften)

Framing (engl. für Rahmung) ist der meist bewusst gesteuerte Prozess einer Einbettung von Ereignissen und Themen in Deutungsraster und Narrative bzw. Erzählmuster. Komplexe Informationen werden dadurch selektiert und strukturiert aufbereitet, sodass eine bestimmte Problemdefinition, Ursachenzuschreibung, moralische Bewertung und/oder Handlungsempfehlung im Sinne des Framing-Erstellers in der jeweiligen Thematik betont wird.

In der Publizistik wird der Begriff unterschiedlich verstanden. Während die einen Frames in Anlehnung an das Schema-Konzept als kognitive Strukturen, Interpretations- und Deutungsmuster zur Informationsverarbeitung verstehen, sprechen andere von Tiefenstrukturen, die Medientexten zu Grunde liegen. Eine verbreitete Definition stammt von Robert Entman:

“To frame is to select some aspects of a perceived reality and make them more salient in a communicating text, in such a way as to promote a particular problem definition, causal interpretation, moral evaluation, and/or treatment recommendation for the item described.”

„Framing bedeutet, einige Aspekte einer wahrgenommenen Realität auszuwählen und sie in einem Text so hervorzuheben, dass eine bestimmte Problemdefinition, kausale Interpretation, moralische Bewertung und/oder Behandlungsempfehlung für den beschriebenen Gegenstand gefördert wird.“

Robert Entman: Framing: Towards a Clarification of a Fractured Paradigm, 1993.
  1. Jörg Matthes: Framing. Konzepte. Ansätze der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Baden-Baden 2014.
  2. Urs Dahinden: Framing. Eine integrative Theorie der Massenkommunikation. Konstanz 2006.
  3. Vgl. Frank Marcinkowski: Agenda Setting als politikwissenschaftlich relevantes Paradigma. In: Winard Gellner, Gerd Strohmeier (Hrsg.): Freiheit und Gemeinwohl – Politikfelder und Politikvermittlung zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Nomos, Baden-Baden 2002.
  4. Matthias Potthoff: Medien-Frames und ihre Entstehung. Dissertation an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Wiesbaden 2012.
  5. Constanze Jecker: Entmans Framing-Ansatz. Theoretische Grundlegung und empirische Umsetzung. Konstanz/München 2014, S. 24.
  6. Heinz Bonfadelli, Thomas N. Friemel: Medienwirkungsforschung. 5. Auflage. Konstanz 2015.
  7. Philipp Neuweiler: Ein Überblick und Einblick in die empirische Framing-Forschung. Mainz 2015 (philipp-neuweiler.de [PDF]).
  8. Robert Entman: Framing: Towards a Clarification of a Fractured Paradigm. Journal of Communication 43 (3), 1993, S. 51–58.