Frauenstreik (1991)

Der landesweite Frauenstreik vom 14. Juni 1991 war die «grösste öffentliche Mobilisierung» in der Schweiz seit 1918. Der Frauenstreik machte auf systematische oder strukturelle Probleme aufmerksam und mahnte die Beseitigung von Defiziten in der Gleichstellung an. Er erregte internationales Aufsehen. Eine halbe Million Frauen beteiligte sich an Protest- und Streikaktionen für ihre Rechte unter dem Motto «Wenn Frau will, steht alles still». Anlass war das zehnjährige Jubiläum der Annahme des Verfassungsartikels «Gleiche Rechte für Mann und Frau». Die Veranstaltungen informierten über die zögerliche Umsetzung des Artikels durch die Bundesregierung und drückten den Unmut der Schweizerinnen über die Verzögerungstaktik des Bundesrates bei Gleichberechtigungsthemen aus.

  1. Christian Koller: Vor 25 Jahren: Der Frauenstreiktag vom 14. Juni 1991. In: Schweizerisches Sozialarchiv, 1. Juni 2016.