Freimaurerei

Die Freimaurerei besteht aus international verbreiteten maskulinen, femininen oder gemischtgeschlechtlichen Initiationsgemeinschaften, die in Logen organisiert sind. Die Mitglieder bilden sich in Graden, von denen es je nach Lehrsystem drei bis 33 gibt. Sie versammeln sich in der Regel einmal wöchentlich zu geselligen und ethischen Zwecken und führen einmal monatlich Zeremonien durch (Tempelarbeit).

Über die Vorgänge innerhalb der Versammlungen besteht Verschwiegenheitspflicht. Wegen dieses Arkanprinzips wird die Freimaurerei mitunter als Geheimbund bzw. Geheimgesellschaft bezeichnet, und viele Verschwörungstheorien sind über sie im Umlauf. Die Freimaurerei selbst versteht sich als Bund freier und gleicher Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu Selbsterkenntnis und einem menschlicheren Verhalten führe. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Es gibt, je nach Quelle, weltweit 2,6 bis sieben Millionen Freimaurer.

Die Ursprünge der Freimaurerei liegen im Dunkeln. Sie beruft sich jedoch auf die Dombauhütten im England des 13. und 14. Jahrhunderts. Deren Prinzipien wie die Verschwiegenheit und Rituale wie die Symbolik sind heute noch die der Freimaurer. Sicher belegt ist die Gründung der ersten Großloge in London 1717. Deren Konstitution, die Alten Pflichten von 1723, bildet die Grundlage der heutigen Freimaurerei. Gemeinsam mit den Salons, den Lesegesellschaften und anderen Zusammenschlüssen der frühen Aufklärung bildeten die Logen in ganz Europa eine neue Form von Öffentlichkeit und trugen zur Verbreitung aufklärerischer Ideen bei. Zwei der bekanntesten freimaurerischen Symbole sind Winkel und Zirkel (in Amerika mit dem zentralen Buchstaben „G“, der oft für die allgegenwärtige Geometrie steht).

  1. Irina Rockel. "Freimaurer sein, heißt Humanität zu üben." Die Freimaurerei in Neuruppin. Jahrbuch des Kreises Ostprignitz-Ruppin 2023, hrsg. vom Kreis OPR, Berlin/Neuruppin 2022