Toleranz

Toleranz, auch Duldsamkeit, bezeichnet als philosophischer und sozialethischer Begriff ein Gewährenlassen und Geltenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich meint man damit häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung, die aber über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.

In der Antike bezeichnete der Begriff der Toleranz (lat. tolerantia) ursprünglich eine individuelle Tapferkeitstugend. Er bezeichnete das geduldige Ertragen von körperlichen Leiden, Schmerzen bis hin zum Ertragen des eigenen Schicksals. Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt. Das Adjektiv tolerant in der Bedeutung „duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig“ ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, belegt, ebenso die Gegenbildung intolerant, als „unduldsam, keine andere Meinung oder Weltanschauung gelten lassend als die eigene“.

Der Gegenbegriff zu Toleranz ist die Intoleranz, in der Bedeutung „Unduldsamkeit“ im 18. Jahrhundert aus dem französischen intolérance entlehnt. Als Steigerung der Toleranz gilt die Akzeptanz, die gutheißende, zustimmende Haltung gegenüber einer anderen Person oder ihrem Verhalten, aber auch gegenüber sich selbst.

  1. Synonymie nach Toleranz. In: Mackensen Deutsches Wörterbuch. 11. Auflage. Südwest Verlag, München 1986.
  2. Toleranz. In: Max Müller, Alois Halder: Kleines Philosophisches Wörterbuch. 3. Auflage. Herder, 1973.
  3. Dieter Teichert: Toleranz. In: Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. 4. Band, Metzler, 1996.
  4. Marcus Tullius Cicero: Paradoxa Stoicorum, Stoische Paradoxien. In: Rainer Nickel (Hrsg.): De legibus, Paradoxa Stoicorum. 3. Auflage. Patmos Verlag, München / Zürich 2004, ISBN 3-7608-1680-0, S. 220221.
  5. tolerieren. In: Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. 2002.
  6. 1 2 3 tolerieren. In: Duden «Etymologie» – Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. 2. Auflage. Dudenverlag, 1989.