Funktionsfähiger Wettbewerb
Unter funktionsfähigem Wettbewerb (englisch Workable Competition) versteht man einen Wettbewerb, der ein optimales Funktionieren des Marktmechanismus ermöglicht. Zu diesem gibt es kein geschlossenes theoretisches Konzept. Die Idee zu diesem Leitbild der Wettbewerbspolitik stammt vom US-amerikanischen Ökonom John Maurice Clark. Der Begriff „funktionsfähiger Wettbewerb“ wurde allerdings von dem deutschen Ökonomen Erhard Kantzenbach geprägt, dem das Verdienst gebührt, das Clark’sche Konzept der Workable Competition (das eigentlich – im Eucken’schen Sinne – einen „unvollkommenen“ Wettbewerb meint) weiterentwickelt und in Deutschland nahezu zur Perfektion gebracht zu haben.
Das Ziel der Clark’schen Workable Competition wie auch des funktionsfähigen Wettbewerbs im Sinne von Kantzenbach ist die Sicherstellung eines gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtsoptimums. Dabei gibt es – nach Clark – zu unterscheiden
- die first best solution, welche die vollkommene Konkurrenz als Idealziel ansieht und
- die second best solution, die bestimmte (gewünschte) Marktunvollkommenheiten zulassen oder sogar herbeiführen will. → sogenannte Gegengiftthese, die besagt, dass ein unvollkommener Wettbewerb durch weitere bestimmte Unvollkommenheiten seine Funktionsfähigkeit steigert.
- ↑ Gabler Volkswirtschafts Lexikon, Seite 1279
- ↑ Wettbewerbstheorie im Gabler Wirtschaftslexikon: „Die Entwicklung zu einer modernen Wettbewerbstheorie wird eingeleitet durch den Aufsatz von Clark „Towards A Concept of Workable Competition“ (1940). Mit seiner sog. Gegengiftthese, wonach auf einem Markt vorhandene Unvollkommenheiten durch das Vorliegen anderer Unvollkommenheiten geheilt werden können, bahnt sich der entscheidende Wandel in der wettbewerbspolitischen Beurteilung von Marktunvollkommenheiten an.“