Geschlechterverteilung
Die Geschlechterverteilung ist das zahlenmäßige Verhältnis zwischen den männlichen und weiblichen Angehörigen einer Population. Sie tendiert nach Fishers Regel zur Gleichverteilung von M(askulin):F(eminin) = 1:1, kann aber je nach Spezies davon abweichen, wie etwa bei einigen Bienen- oder Ameisenarten; zeitliche Schwankungen sind auch möglich.
Für die Geschlechterverteilung beim Menschen sind neben natürlichen auch kulturelle Einflüsse von Bedeutung (z. B. geschlechtsbedingte Abtreibung und Infantizid), was für Anthropologen und Demographen von Interesse ist. Ohne Manipulationen, wie zum Beispiel Schwangerschaftsabbrüche, ist die Geschlechterverteilung bei Geburt beim Menschen über verschiedene Populationen hinweg, mit 105–107 männlichen Neugeborenen auf 100 weibliche Neugeborene, bemerkenswert konstant. Der leichte Überschuss an männlichen Neugeborenen wurde 1710 erstmals von John Graunt und seinen Kollegen für die Londoner Population dokumentiert. Eine viel beachtete Studie über die Geburten von 1962 bis 1980 in 24 europäischen Ländern zeigte eine Geschlechterverteilungsrate von 105–107, mit einem Median von 105,9. Da die Säuglingssterblichkeit bei Jungen höher als bei Mädchen ist, verringert sich das Ungleichgewicht etwas (in hoffentlich vergangenen Zeiten hoher Säuglingssterblichkeit deutlich).
- ↑ Fishers Regel. Abgerufen am 5. April 2019.
- ↑ M. Neuhäuser: HARDY, I. C. W. (editor). Sex Ratios: Concepts and Research Methods. Cambridge University Press, Cambridge, 2002. xiii + 424 pp. £32.95/$48.00. ISBN 0-521-66578-7 . In: Biometrics. Band 59, Nr. 1, März 2003, ISSN 0006-341X, S. 207–208, doi:10.1111/1541-0420.02611 (englisch).
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- ↑ Säuglingssterblichkeit in Deutschland nach Geschlecht (1990-2023). Archiviert vom am 4. April 2025; abgerufen am 13. Mai 2025.