Gesundheitsbildung
Gesundheitsbildung (auch Gesundheitserziehung oder Gesundheitspädagogik) bezeichnet die Vermittlung und Förderung von gesundheitsbezogenem Wissen, Können und Verhalten durch dafür ausgewiesene Fachkräfte. Dies geschieht vornehmlich durch formelle Bildung, nicht durch informelle, die quasi unstrukturiert und unorganisiert erfolgt. Ziel ist dabei, dass autonom handelnde Subjekte eigene Entscheidungen darüber treffen, ob sie gesundheitsförderlich Handeln und wenn ja wie sie dies tun. Der Ausdruck des Gesundheitsbewussten Verhaltens ist nur insofern richtig, dass etwas bewusst reflektiert wurde und eine Entscheidung getroffen wurde. Der Begriff des Verhaltens und der Handlung unterscheidet sich darin grundlegend. Verhalten ist eher eine Reaktion auf einen Reiz und impliziert nicht wesentlich, ob eine Intention und eine Reflexion stattgefunden hat. Wesentlich ist die Vermittlung von Wissen, die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten bspw. Entscheidungskompetenzen, Beurteilungskompetenzen
Gesundheitsbildungsmaßnahmen werden u. a. von Hochschulen, Volkshochschulen, aber auch von Krankenkassen und anderen Einrichtungen in Form von Vorlesungen, Vorträgen, Seminaren oder Kursen angeboten. An den Hochschulen bilden sie einen integralen Bestandteil etwa der wissenschaftlichen Sportlehrerausbildung oder der Verkehrserziehung und finden ihren Niederschlag in den entsprechenden Curricula. Da über Wissensbildung allein kaum eine Änderung gesundheitsschädlichen Verhaltens zu erreichen ist, nimmt die Bedeutung einseitig kognitiver Aufklärung zugunsten komplexer Ansätze ab. Gesundheitsbildung findet sich heute vornehmlich eingebettet in die Pädagogik und die Strukturen gesundheitsrelevanter Fächer. Durch das in Arbeit befindliche Präventionsgesetz des Bundes sollen die Möglichkeiten der Durchführung und Finanzierung von Gesundheitsbildungsmaßnahmen verbessert werden.