Gicht
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| M10 | Gicht |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| FA25 | Gicht |
| FA25.0 | Idiopathische Gicht |
| FA25.1 | Sekundäre Gicht |
| FA25.10 | Bleigicht |
| FA25.11 | Arzneimittelinduzierte Gicht |
| FA25.12 | Gicht-Arthropathie durch Enzymdefekte oder sonstige angeborene Krankheiten |
| FA25.1Y | Sonstige näher bezeichnete sekundäre Gicht |
| FA25.1Z | Sekundäre Gicht, nicht näher bezeichnet |
| FA25.2 | Gicht, ohne Angabe ob idiopathisch oder sekundär |
| FA25.20 | Tophische Gicht |
| FA25.2Y | Sonstige näher bezeichnete Gicht, ohne Angabe ob idiopathisch oder sekundär |
| FA25.2Z | Gicht, nicht näher bezeichnet |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Die Gicht, auch Urikopathie, Urikose oder Arthritis urica (von griechisch oũron ‚Harn‘), ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der es durch hohe Harnsäurekonzentrationen im Blut zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken und anderen Geweben kommt. Ein Gichtanfall ist die akute Entzündung eines davon betroffenen Gelenkes (Gichtarthritis). Typischerweise ist das Großzehengrundgelenk, der Mittelfuß oder das Knie befallen. Nach dem ersten Anfall treten üblicherweise für mehrere Jahre keine weiteren Anfälle auf, doch in dieser Zeit lagern sich weitere Harnsäurekristalle in den Körpergeweben ab, bis es zu gehäuften Anfällen und der Bildung von sicht- und tastbaren Knoten, den Gichttophi, kommt. Eine chronische Gicht kann mit dem Abbau der gelenknahen Knochenanteile einhergehen. Verschiedene Faktoren können den Harnsäurespiegel im Blut erhöhen, vor allem purinreiche Nahrungsmittel, Alkohol, Fructose, Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Übergewicht oder bestimmte Medikamente (zum Beispiel einige Diuretika). Hauptursache ist jedoch eine genetisch bedingte verminderte Harnsäureausscheidung über die Nieren und den Darm.
Der akute Gichtanfall wird mit entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR, Colchicin, Prednisolon) behandelt. Langfristig wird eine Senkung des Harnsäurespiegels angestrebt. Hierzu müssen auch Lebensstilfaktoren wie Ernährung und das Körpergewicht adressiert werden. Eine medikamentöse Senkung des Harnsäurespiegels erfolgt mit Allopurinol oder Febuxostat.