Gleichgewicht des Schreckens

Gleichgewicht des Schreckens (auch MAD-Doktrin oder einfach MAD, von engl. mutual assured destruction, „gegenseitige gesicherte Zerstörung“, wobei MAD übersetzt zugleich „verrückt“ oder „wahnsinnig“ bedeutet; im Deutschen auch Atompatt) ist ein im Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion geprägter Begriff und bezeichnet eine Situation, in der eine Nuklearmacht vom Ersteinsatz von Nuklearwaffen dadurch abgehalten wird, dass der Angegriffene selbst nach einem nuklearen Erstschlag noch vernichtend zurückschlagen könnte.

Spieltheoretisch wird das Gleichgewicht des Schreckens auch als Nash-Gleichgewicht aufgefasst, bei dem, wenn einmal bewaffnet, keine Seite einen Anreiz hat, den Konflikt zu lösen oder sich zu entwaffnen. Mit dem Gleichgewicht des Schreckens ist kein statisches Gleichgewicht gemeint, in dem das Wettrüsten zu einem Stillstand gekommen wäre. Vielmehr bezeichnet der Begriff ein dynamisches Gleichgewicht, in dem die wechselseitigen Drohungen durch atomares Wettrüsten die Eskalation zu einem „heißen“ Krieg, also zu einer direkten bewaffneten Auseinandersetzung zwischen den Supermächten, verhinderte. Es wird auch häufig der Begriff Nukleare Abschreckung genannt wenn diese Abschreckung von einem Staat ausgeht.

  1. Keir A. Lieber, Daryl G. Press: The Rise of U.S. Nuclear Primacy. In: Foreign Affairs. 2006, archiviert vom Original am 15. Februar 2009; abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).