Glossa ordinaria (Bibel)

Die Glossa ordinaria (lateinisch für „gewöhnliche Glosse“, „Standardglosse“) ist ein Exegese- und Kommentarwerk zur Vulgata, der lateinischen Bibelübersetzung, in Form von Interlinearglossen, das Anfang des 12. Jahrhunderts in einem längeren Prozess zusammengestellt wurde. Dabei wurden Vorgängerschriften und Zitate von Kirchenvätern verarbeitet, besonders von Hieronymus. Maßgeblich beteiligt waren der Frühscholastiker Anselm von Laon und sein Bruder Radulf mit der Schule von Laon. Später wurde die Glossa ordinaria oft zusammen mit der Postille des Nikolaus von Lyra gedruckt.

Die Glossa ordinaria wurde zum meistbenutzten Bibelkommentar des Mittelalters. Neben der wörtlichen Bedeutung ist die allegorische Auslegung charakteristisch.

Vor dem 20. Jahrhundert wurde die Glossa ordinaria fälschlich dem Reichenauer Abt Walahfrid Strabo zugeschrieben.