Gordyene

Diyarbakır
Nusaybin
Zaxo
Grenzen der Carduene

Die Gordyene (altgriechisch Γορδυηνή (f. sg.)), auch bekannt als Corduene, Carduene, Gorduene, Cordyene, Cardyene, Gordyaia, Korduene, Korchayk, Qardū (bzw. Beth Qardū) und Girdiyan, bezeichnet in der Antike einen kleinen Landstrich östlich des Tigris im äußersten Südosten der Türkei an der Grenze zum Irak. Er wird in der Gegend nördlich der heutigen Stadt Cizre bis hin zum Botan Çayı lokalisiert, wobei die Grenzen unsicher bleiben. Auch der Landepunkt der Arche Noah wird in jüdischen Quellen dort verortet, was auf den Cudi Dağı zutreffen könnte, wo bis zur Gegenwart eine entsprechende Tradition besteht. Die Lokalisierung wird dadurch verunklart, dass die antiken Schriftsteller sich teilweise widersprechen, die Identifikation der von ihnen genannten Namen mit den gegenwärtigen teils unsicher sind und auch Fehler nicht auszuschließen bzw. sogar offensichtlich sind. Gordyene lag südöstlich von Großarmenien. Nach der Encyclopædia Britannica ist Gordyene der antike Name der Region von Bohtan (Provinz Şırnak). In syrischen Quellen wird es als Beth Qardū und kleiner Vasallenstaat zwischen Armenien und Persien bezeichnet. Es soll in der bergigen Region um den Vansee in der heutigen Türkei gelegen haben. Die Landschaft erstreckte sich bis an das linke Tigrisufer.

  1. Michał Marciak: Sophene, Gordyene, and Adiabene Three Regna Minora of Northern Mesopotamia Between East and West. Brill, Leiden, Boston 2017, ISBN 978-90-04-35072-4, S. 202
  2. Michał Marciak: Sophene, Gordyene, and Adiabene. Three Regna Minora of Northern Mesopotamia Between East and West Brill, Leiden, Boston 2017, ISBN 978-90-04-35072-4, S. 200/201
  3. Zum Gesamtkomplex der Lokalisierung mit Einzelheiten das Kapitel Historical Geography of Gordyene in Michał Marciak: Sophene, Gordyene, and Adiabene. Three Regna Minora of Northern Mesopotamia Between East and West. Brill, Leiden, Boston 2017, ISBN 978-90-04-35072-4, S. 163–203
  4. Darius. In: Encyclopædia Britannica. 11. Auflage. Band 7: Constantine Pavlovich – Demidov. London 1910, Abschnitt Darius III., Codomannus, S. 833 (englisch, Volltext [Wikisource]).