Iran

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Iran (persisch ايران, DMG Īrān, [ʔiːˈɾɒːn] , amtlich seit 1979 Islamische Republik Iran; auch der Iran; historisch als Exonym bis 1935 und teils darüber hinaus auch Persien) ist ein Land in Vorderasien. Es wird im Norden vom Kaspischen Meer und im Süden durch den Persischen Golf begrenzt.

Mit rund 90 Millionen Einwohnern (Stand 2024) und einer Fläche von etwa 1,65 Millionen Quadratkilometern zählt der Staat Iran zu den 20 bevölkerungsreichsten und größten Staaten der Erde. Seine Hauptstadt, zugleich seine größte Stadt und wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist Teheran mit 8,7 Millionen Einwohnern; weitere Städte mit mehr als 1,5 Millionen Einwohnern sind Maschhad, Isfahan, Karadsch, Schiras und Täbris.

Bereits in der Antike bildete das Perserreich eine bedeutende Zivilisation und spielte politisch und kulturell von der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. an die Rolle einer Großmacht, deren Einfluss von Nordindien bis Ägypten und Kleinasien reichte, zeitweise den ganzen Nahen Osten umfasste und in Konkurrenz zu Griechenland und Rom stand. In diesem Zusammenhang sind drei jeweils mit einer Reichsbildung verbundene Phasen iranischer Geschichte feststellbar: die des im 6. Jahrhundert v. Chr. entstehenden altpersischen Achämenidenreiches, des Partherreiches nach der hellenistischen Herrschaft und des neupersischen Sassanidenreiches, das bis zur arabischen Eroberung (Mitte 7. Jahrhundert n. Chr.) und der damit einsetzenden Islamisierung Irans bestand. Im Unterschied zu anderen Gebieten konnte sich Iran nach der arabischen Eroberung kulturell behaupten und hielt auch an der persischen Sprache fest. Nach dem Mongolensturm im 13. Jahrhundert einten die Safawiden das Land um 1500 erneut und legten damit die Grundlagen für den bis heute bestehenden Staat, dessen Dynastien und Herrschaftssysteme mehrmals wechselten bis hin zur Pahlavi-Dynastie und der Islamischen Republik im 20. und 21. Jahrhundert.

Iran war im Unterschied zu den meisten Nachbarländern nie von europäischen Mächten kolonisiert, doch setzte Großbritannien Anfang des 20. Jahrhunderts die Ausbeutung iranischer Erdölvorkommen durch die britisch dominierte Anglo-Iranian Oil Company durch. Die Verstaatlichung der Ölindustrie durch die iranische Regierung führte 1953 zur Einmischung der Vereinigten Staaten von Amerika. Nach dem vom amerikanischen Geheimdienst CIA betriebenen Sturz des Premierministers Mohammed Mossadegh wurde sie rückgängig gemacht, und die Öleinnahmen gingen von da zur Hälfte an den Iran, zur anderen Hälfte an ein Konsortium hauptsächlich amerikanischer und britischer Firmen. Mit militärischer und finanzieller Unterstützung der USA errichtete Schah Mohammad Reza Pahlavi in Zeiten des aufkommenden Ost-West-Konflikts eine amerikafreundliche Diktatur, die bis zur Revolution von 1979 Bestand hatte. In dieser Phase entwickelten sich enge wirtschaftliche Beziehungen mit westlichen Ländern, und Iran wurde der zweitwichtigste Handelspartner der Bundesrepublik Deutschland außerhalb Europas.

Seit der Durchsetzung islamistischer Kräfte in der Revolution von 1979 (daher „Islamische Revolution“) wird Iran von einem schiitischenobersten Führer“, zunächst von Ajatollah Ruhollah Chomeini und von 1989 bis 2026 von Ajatollah Ali Chamenei, wiederum autoritär geführt. Durch das Regime kommt es regelmäßig zu schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte. Es kontrolliert nahezu jeden Aspekt des täglichen Lebens im Hinblick auf religiöse und ideologische Konformität. Iran gilt daher als einer von wenigen totalitären Staaten.

Seit dem Regimewechsel 1979 wandelten sich die guten Beziehungen Irans zu westlichen Staaten in eine oft offene Feindschaft, die vor allem bezüglich der ehemals befreundeten USA und Israel auch in der Staatsideologie verankert wurde. Dennoch blieben wirtschaftliche Verbindungen zu westlichen Ländern teilweise bestehen. Vertieft haben sich die Beziehungen zu Russland und China, beispielsweise über die gemeinsame Mitgliedschaft in der SOZ. Mit beiden bestehen auch Militärkooperationen, und Iran unterstützt Russland im Ukrainekrieg.

Heute ist Iran in Vorderasien eine Regionalmacht und führt mit der sogenannten Achse des Widerstands eine inoffizielle Militärkoalition an, zu der Hamas, Hisbollah und Huthi gehören. In dieser Konstellation war das Land in mehrere Kriegen gegen andere Regionalmächte wie Israel und Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Staaten verwickelt, darunter der Zwölftagekrieg von 2025, der Krieg im Jemen, der Krieg in Israel und Gaza nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 und der Irankrieg 2026.

Durch seine Bodenschätze, vor allem den größten Erdgas- und den viertgrößten Erdölvorkommen der Erde, hat Iran großen Einfluss auf die Weltversorgung mit fossilen Energieträgern. Abgesehen davon befindet sich die iranische Wirtschaft, bedingt durch Ineffizienz, Korruption und westliche Sanktionen, in einer tiefen Krise.

  1. Artikel 5 der Iranischen Verfassung (siehe Welāyat-e Faqih)
  2. UN Population Division Data Portal. Vereinte Nationen, abgerufen am 21. Januar 2024 (englisch).
  3. Population growth (annual %). In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2021, abgerufen am 14. Juli 2022 (englisch).
  4. GDP, current prices Billions of U.S. dollars. In: IMF DataMapper. Internationaler Währungsfonds, 2025, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).; GDP, current prices Purchasing power parity; billions of international dollars. In: IMF DataMapper. Internationaler Währungsfonds, 2025, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).GDP per capita, current prices. U.S. dollars per capita. In: IMF DataMapper. Internationaler Währungsfonds, 2025, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).; GDP per capita, current prices - Purchasing power parity; international dollars per capita. In: IMF DataMapper. Internationaler Währungsfonds, 2025, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  5. Table: Human Development Index and its components. In: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Human Development Report 2025. United Nations Development Programme, New York 2025, ISBN 978-92-1154263-9, S. 278 (englisch, undp.org [PDF]).