Militärintervention im Jemen seit 2015

Militärintervention im Jemen seit 2015

Aktuelle militärische Lage
  •  Ansar Allah („Huthi“)
  •  Jemenitische Streitkräfte (der von den UN anerkannten Regierung)
  •  Südlicher Übergangsrat
  •  Al-Qaida (AQAP)
  •  Salih-Loyalisten
  • Operation Decisive Storm
    26. März bis 21. April 2015
    Operation Restoring Hope
    22. April 2015 bis heute
    Datum 26. März 2015 bis heute
    Ort Jemen
    Casus Belli Vormarsch der Huthi auf Aden
    Ausgang noch offen
    Konfliktparteien

    Saudi-Arabien Saudi-Arabien
    Jemen Jemen (Pro-Hadi-Reg.)

    • Stammesmilizen (teilweise)
    • Volkskomitees (teilweise)
    • Südjemenitische Separatisten

    Bahrain Bahrain
    Kuwait Kuwait
    Agypten Ägypten
    Jordanien Jordanien
    Sudan Sudan (auch Bodentruppen)
    Senegal Senegal (Bodentruppen)
    Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate (bis 2019)
    Marokko Marokko (bis 2019)
    Katar Katar (bis 2017)

    Unterstützung:
    Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten (Militärische Luftbetankung, Logistik, Geheimdienst, Seeblockade)
    Korea Sud Südkorea (Geheimdienst)
    Frankreich Frankreich (Logistik)
    Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (Logistik)
    Somalia Somalia

    Huthi
    Jemen Jemen (Anti-Hadi-Reg.)

    • Stammesmilizen (teilweise)
    • Volkskomitees (teilweise)

    Unterstützung:
    Iran Iran (Ausrüstung)
    Korea Nord Nordkorea (Ausrüstung)

    AQAP
    Islamischer Staat (nach eigenen Angaben)

    Truppenstärke

    150.000 Soldaten und 100 Flugzeuge Saudi-Arabiens

    unbekannt

    unbekannt

    Verluste

    unbekannt

    unbekannt

    unbekannt

    laut OCHA starben bis Ende 2020 in Folge des Krieges
    ca. 233.000 Menschen, davon ca. 131.000 durch „indirekte Folgen“

    Zivilisten im Jemen:
    laut OCHA mehrere 10.000 Tote (März 2017: mindestens 4.773), darunter 3.153 Kinder (Stand: 1. Dezember 2020)
    2,2 Millionen Kinder unterernährt (Stand: Dezember 2022)

    Zivilisten in Saudi-Arabien:
    mindestens 12 Tote (5. Mai bis 13. Mai 2015)

    Die Militärintervention im Jemen seit 2015 ist eine militärische und politische Intervention einer von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz im Jemen, der neben Saudi-Arabien weitere sunnitisch regierte Staaten aus Afrika und Asien angehören und die unter anderem von den USA, Frankreich und dem Vereinigten Königreich logistisch unterstützt wird.

    Die Militärintervention begann am 26. März 2015 mit einer als Operation Decisive Storm bezeichneten Militäroffensive. Sie reagierte auf den von 2004 bis 2014 im Jemen ausgetragenen Huthi-Konflikt und verwandelte den bis dahin größtenteils innerjeminitsch ausgetragenen Bürgerkrieg so in einen Krieg mit mehreren beteiligten Staaten. Die Offensive hatte das Ziel, den weitgehend entmachteten jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi zurück zur Macht zu führen. Hadi wird von einigen Teilen der jemenitischen Armee sowie von sunnitischen Stammesmilizen unterstützt. Diese kämpfen gegen die schiitischen Huthi-Rebellen, die ihrerseits von Stammesmilizen unterstützt werden sowie von Teilen der jemenitischen Armee, die offenbar dem früheren jemenitischen Präsidenten und Machthaber Ali Abdullah Salih loyal sind. In die Kämpfe gegen die Rebellen sind als dritte Kriegspartei zudem Separatisten aus dem Südjemen verwickelt. Ebenfalls in den Krieg involviert sind Dschihadisten zweier Organisationen: der al-Qaida-Ableger AQAP sowie ein Ableger des Islamischen Staates (IS), der erst während der Militärintervention hervortrat; beide verfolgen jeweils eigene Interessen.

    Die saudi-arabisch angeführte Militärallianz setzt neben Boden- und Luftangriffen auch eine Seeblockade ein. Insgesamt gilt die Offensive als wenig erfolgreich. Die Militärallianz gegen die Huthi konnte mit ihren Angriffen fast keine Landgewinne erzielen, am allermeisten noch profitierten die dschihadistischen Extremisten vom Kriegschaos.

    Die Militäroffensive stößt international auf heftige Kritik, da sie eine humanitäre Katastrophe ausgelöst hat. Zivilisten sind von den Kämpfen überproportional stark betroffen und stellen über die Hälfte der Todesopfer. Unter Zivilisten gab es viele Tausend Tote, Millionen Binnenflüchtlinge und Millionen Unterernährte, darunter allein etwa 2,2 Millionen unterernährte Kinder. Als verantwortlich für das starke Anwachsen der humanitären Katastrophe im Jemen wird neben den großen Zerstörungen durch die Angriffe insbesondere die Seeblockade des Jemen angesehen, die von Seiten der saudi-arabisch angeführten Militärallianz bis heute beibehalten wird. Stand Dezember 2022 gilt die Situation im Jemen immer noch als die schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt.

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