Gotenstellung
Die Gotenstellung (englisch Gothic Line, italienisch Linea Gotica) war im Zweiten Weltkrieg der Name jener zusammenhängenden deutschen Befestigungen, die vom Tyrrhenischen Meer im Westen bis zur Adria im Osten über die gesamte Italienische Halbinsel reichten. Über eine Länge von etwa 320 und eine Tiefe von bis zu 30 Kilometern sollte sie die von Süden vorrückenden alliierten Streitkräfte am weiteren Vormarsch und einem Durchbruch in die Po-Ebene hindern.
Deutsche Truppen von Wehrmacht und Waffen-SS, zusammen mit Truppen der verbündeten Italienischen Sozialrepublik (italienisch Repubblica Sociale Italiana (RSI)), hielten die Gotenlinie unter dem Oberbefehl von Albert Kesselring und zuletzt Heinrich von Vietinghoff besetzt, bis den alliierten Streitkräften unter dem Oberbefehl von Harold Alexander im April 1945 bei Bologna der Durchbruch gelang. Dies führte zu einer ausweglosen Lage der Deutschen und Italienischen Verbände und am 29. April 1945 zu deren bedingungsloser Kapitulation auf dem Kriegsschauplatz Italien mit Wirkung zum 2. Mai 1945.
Mitte Mai 1944 war die Gotenstellung in „Grüne Linie“ umbenannt worden, offenbar um Assoziationen mit dem Untergang der Goten zu vermeiden.
- ↑ Raphael Rues: Geheimes Treffen in Ascona. In: Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich. 20. Juli 2022, abgerufen am 27. September 2024.
- ↑ Rainer Kipper: Der Germanenmythos im Deutschen Kaiserreich. Formen und Funktionen historischer Selbstthematisierung. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2002, ISBN 3-525-35570-X, S. 149.