Grafschaft Paris
Die Grafschaft Paris war eine von den Frankenkönigen um 480 eingerichtete Grafschaft für die Oberherrschaft über ein Gebiet von ca. 2500 km² rund um Paris. Der Titel des Grafen von Paris trat an die Stelle der römischen civitas Lutetia. Titelträger waren die Gerhardiner, die Robertiner und die französischen Burchardinger, die auch die Grafschaft Melun innehatten. Als die Grafschaft um 1007 an den König überging, fiel der Titel an die Krone der Kapetinger, die von den Robertinern direkt abstammten.
Seit dem 19. Jahrhundert beanspruchen die orléanistischen Thronprätendenten den Titel eines Grafen von Paris (Comte de Paris), anfänglich noch in Konkurrenz zu den Thronprätendenten der Legitimisten aus der von Ludwig XIV. abstammenden französischen Hauptlinie der Bourbonen, die jedoch mit Henri d’Artois, Graf von Chambord, 1883 erlosch.