Griechisch-Türkischer Krieg

Griechisch-Türkischer Krieg
Teil von: Türkischer Befreiungskrieg

Evakuierung verwundeter griechischer Soldaten während der Schlacht am Sakarya.
Datum 19191922
Ort Westanatolien
Ausgang Türkischer Sieg
Friedensschluss Vertrag von Lausanne
Folgen Revolution des 11. September 1922 in Griechenland
Sturz der Regierung von David Lloyd George in Großbritannien
Einvernehmen beider Regierungen beim Austausch der Bevölkerungen, Landabtretungen von Griechenland an die Türkei
Konfliktparteien

Osmanisches Reich 1844 Nationale Widerstandsbewegung um Mustafa Kemal


unterstützt durch:

Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik Sowjetrussland
Italien 1861 Königreich Italien

Königreich Griechenland Königreich Griechenland


unterstützt durch:

Vereinigtes Konigreich 1801 Vereinigtes Königreich

Befehlshaber

Türkei Mustafa Kemal Pascha
Türkei Fevzi Pascha
Türkei İsmet Pascha

Königreich Griechenland Georgios Hatzianestis
Königreich Griechenland Leonidas Paraskevopoulos
Königreich Griechenland Anastasios Papoulas

Truppenstärke

1920: 15.000–35.000 1921: 90.000–96.000 1922: 208.000 Mann

  • 93.000 Gewehre
  • 2.025 leichte MGs
  • 839 schwere MGs
  • 323 Kanonen
  • 198 LKW
  • 33 PKW und Ambulanzen
  • 10 Kampfflugzeuge

1920: 15.000, später bis 50.000 1921: 123.000 215.000 Mann

  • 130.000 Gewehre
  • 3.139 leichte MGs
  • 1.280 schwere MGs
  • 418 Kanonen
  • 4.036 LKW
  • 1.776 PKW und Ambulanzen
  • 50 Kampfflugzeuge

2.500 armenische Freiwillige

Verluste

9.167 Tote
11.150 Vermisste
31.097 Verwundete
6.522 Gefangene

19.362 Tote
18.095 Vermisste
48.880 Verwundete
ca. 13.740 Gefangene

Der Griechisch-Türkische Krieg bezeichnet kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Königreich Griechenland und dem anatolischen Teil des im Ersten Weltkrieg zerschlagenen Osmanischen Reiches in den Jahren 1919–1922.

Dieser Krieg schloss sich unmittelbar an den Ersten Weltkrieg an, in dem sich Griechenland seit dem Regierungswechsel 1917 der Entente angeschlossen hatte, während das Osmanische Reich kurz nach Beginn des Weltkriegs als Verbündeter der Mittelmächte in den Krieg eingetreten war. Zu einer nennenswerten militärischen Konfrontation zwischen beiden Staaten während des Weltkriegs kam es aber nicht. Als sich im Winter 1918/19 der endgültige Zerfall des Osmanischen Reiches abzeichnete, schien für die griechische Regierung der Zeitpunkt gekommen, die „Megali Idea“ (griechisch Μεγάλη Ιδέα Große Idee) in die Tat umzusetzen: Es sollten Teile Kleinasiens, in denen auch Griechen lebten, und auch die teilweise griechisch bewohnten europäischen Restgebiete der Türkei für Griechenland gewonnen werden. Auch der Gewinn der Hauptstadt Istanbul erschien möglich, nachdem das infolge der Oktoberrevolution kommunistisch gewordene Russland, dem aufgrund der ursprünglichen interalliierten Abkommen die Stadt zugestanden hätte, aus dem Kreis der Alliierten ausgeschieden war und als Gegner militärisch bekämpft wurde. Im Gegenzug versprach die griechische Regierung, den aufkommenden türkischen Widerstand gegen die alliierten Pläne für eine Nachkriegsordnung, die einen quasi-kolonialen Status für den osmanischen Reststaat vorsahen, militärisch zu brechen.

In Griechenland wurde die Niederlage gegen die Türken als „Kleinasiatische Katastrophe“ wahrgenommen, aus türkischer Sicht handelt es sich dagegen um einen Sieg im Türkischen Befreiungskrieg.

  1. Görgülü İsmet: Büyük Taarruz: 70 nci yıl armağanı. Genelkurmay basımevi, 1992, S. 1,4,10,360.
  2. Klaus Kreiser, Christoph K. Neumann: Kleine Geschichte der Türkei. Verlag Reclam, 2003, ISBN 3-15-010540-4, S. 403.
  3. General Staff of Army: Geschichte des Kleinasienfeldzugs, Generalstab der Armee. Directorate of Army History, Athen 1967, S. 140.
  4. Alexander Anastasius Pallis: Greece's Anatolian Venture – and After: A Survey of the Diplomatic and Political Aspects of the Greek Expedition to Asia Minor (1915–1922). Methuen, 1937, S. 56, Fußnote 5 (englisch).