Großer Roter Fleck
Der Große Rote Fleck ist ein markanter, lang andauernder Sturm in der Atmosphäre des Jupiter. Meteorologisch handelt es sich um ein Hochdrucksystem auf der Südhalbkugel des Planeten. Dieses System erzeugt einen antizyklonalen Wirbelsturm – den größten im Sonnensystem. Er befindet sich in der südlichen Tropenzone und ist etwa eineinhalbmal so breit wie der Durchmesser der Erde. Die Windgeschwindigkeiten betragen bis zu 680 km/h. Erste Beobachtungen über einen Fleck auf Jupiter stammen aus den Jahren von 1665 bis 1713. In der Forschung ist umstritten, ob es sich bei dieser Struktur tatsächlich um denselben Wirbelsturm handelt, der erst ab 1831 erneut vom Astronomen Samuel Heinrich Schwabe beobachtet wurde. (Stand: Juni 2024) 1878 begann die kontinuierliche Beobachtung des Sturms. Ab den 1970er Jahren wurden Raumsonden zum Jupiter gesendet, die vor Ort präzise Messungen des Sturms durchführen konnten.
Der Fleck hat im Allgemeinen eine rötliche Färbung und eine leicht ovale Gestalt. Seine Farbgebung variiert zwischen kräftigem Ziegelrot, Lachsfarben und Orangetönen. Die Quelle der roten Färbung ist unbekannt; die Vermutungen reichen von Schwefel- und Phosphorverbindungen bis hin zu organischem Material, das möglicherweise durch Blitzentladungen oder photochemische Reaktionen in großer Höhe entstehen könnte. Die Langlebigkeit des Großen Roten Flecks lässt sich zum Teil dadurch erklären, dass Jupiter keine feste Oberfläche besitzt, an der er sich abschwächen könnte. Die Größe und Beständigkeit des Großen Roten Flecks machen ihn einzigartig unter den Sturmsystemen des äußeren Sonnensystems. Es gibt jedoch noch keine umfassende Theorie, die sämtliche Eigenschaften und Mechanismen dieses Phänomens erklären kann.
Der Sturm behält seinen Breitengrad bei, weil er sich zwischen zwei gegenläufigen Gasströmen bewegt. Schon früh wurde auch beobachtet, dass seine Umlaufzeit um Jupiter variiert. Er interagiert immer wieder mit kleineren Stürmen in seiner Umgebung, die er bei direkter Begegnung absorbiert und in seine Struktur integriert. Seit Beginn der systematischen Beobachtungen Ende des 19. Jahrhunderts dokumentieren Astronomen zyklische Größenveränderungen des Sturms. Seit den 1920er Jahren herrscht ein Schrumpfungstrend vor: Im April 2017 hatte der Sturm eine Breite von 16.350 km – etwa ein Drittel seiner Größe im 19. Jahrhundert. Der Große Rote Fleck erstreckt sich 8 km über die Hauptwolkenschichten des Jupiters und reicht bis 500 km in die Atmosphäre Jupiters hinein, wodurch er im Verhältnis zu seinem Durchmesser vergleichsweise flach erscheint.