Guatemaltekischer Bürgerkrieg

Guatemaltekischer Bürgerkrieg
Teil von: Kalter Krieg
Datum 13. November 1960 bis 29. Dezember 1996
Ort Guatemala
Ausgang Ende des Bürgerkriegs
Friedensschluss Acuerdo de paz firme y duradera
Konfliktparteien

URNG

  • EGP
  • ORPA
  • FAR
  • PGT

Guatemala Guatemala

Rechte Todesschwadrone

PAC

Befehlshaber

Marco Antonio Yon Sosa
Rolando Morán
Leonardo Castillo Johnson

Guatemala José Miguel Ramón Idígoras Fuentes
Guatemala Alfredo Enrique Peralta Azurdia
Guatemala Carlos Arana Osorio
Guatemala Kjell Eugenio Laugerud García
Guatemala Fernando Romeo Lucas García
Guatemala Efraín Ríos Montt
Guatemala Óscar Humberto Mejía Víctores

Verluste
150.000–250.000 Tote und Verschwundene

Der Guatemaltekische Bürgerkrieg wurde in Guatemala von 1960 bis 1996 zwischen vier linken Guerillaorganisationen (Zusammenschluss als Unidad Revolucionaria Nacional Guatemalteca, URNG) und der guatemaltekischen Regierung ausgetragen, die meist aus sich abwechselnden, rechtsgerichteten Militärdiktaturen bestand. Dem Konflikt fielen 150.000 bis 250.000 Menschen zum Opfer (etwa zwei bis sechs Prozent der Bevölkerung), mehrheitlich Angehörige der indigenen Bevölkerung, zumeist Angehörige der Ethnien der Maya, die bei planmäßigen Massakern der Armee und rechter paramilitärischer Truppen ermordet wurden. Mindestens 100.000 Menschen, die genaue Zahl ist unbekannt, flüchteten in Nachbarländer. Das Morden fand seine Hochphase in den 1980er Jahren, als im März 1982 Efraín Ríos Montt durch einen Putsch an die Macht kam.

Eine der Ursachen des Konflikts war ein 1954 vom US-Auslandsgeheimdienst CIA als Geheimoperation initiierter Militärputsch unter dem Decknamen Operation PBSUCCESS. Dabei flogen national unkenntlich gemachte US-Flugzeuge Angriffe gegen das Land. Dies führte wie geplant zum Sturz des demokratisch gewählten, bürgerlich-konservativen Präsidenten Jacobo Árbenz Guzmán und hatte eine gravierende innenpolitische Destabilisierung zur Folge.

Am 29. Dezember 1996 kam es zur Unterzeichnung des Friedensvertrages in Guatemala. Unter der Schirmherrschaft des scheidenden UN-Generalsekretärs Butros Butros-Ghali unterzeichneten Vertreter von UNRG und der Regierung Álvaro Arzú Irigoyen den Acuerdo de paz firme y duradera (Festes und Dauerhaftes Friedensabkommen).

Aufgrund der massiven Menschenrechtsverletzungen an Zivilisten wird er zu den so genannten schmutzigen Kriegen gezählt und von der dortigen Justiz heute teils als Völkermord bewertet.

  1. Guatemala: Bill Clinton’s Latest Damn-Near Apology. Mother Jones, 16. März 1999