Guillaume-Affäre

Die Guillaume-Affäre ist der politisch bedeutsamste Spionage­fall der deutsch-deutschen Geschichte. Am 24. April 1974 wurde Günter Guillaume, einer der engsten Mitarbeiter des Bundeskanzlers Willy Brandt, als DDR-Agent des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS, auch: Stasi) enttarnt. Brandt übernahm die politische Verantwortung und trat am 7. Mai 1974 von seinem Amt als Bundeskanzler zurück. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Guillaume-Affäre nicht der alleinige Grund für den Rücktritt war, zumal die von Guillaume in die DDR übermittelten Informationen offenbar nicht allzu sicherheitsrelevant waren. Mit Günter Guillaume wurde auch seine mit ihm nachrichtendienstlich zusammenarbeitende Ehefrau Christel Guillaume als Agentin enttarnt.

  1. Hermann Schreiber: Kanzlersturz – Warum Willy Brandt zurücktrat. Econ, München 2003, ISBN 3-430-18054-6 (Nach Schreiber soll Guillaume in der Beurteilung der Hauptverwaltung A kein wirklich erfolgreicher Agent gewesen sein. Keine seiner rund 25 Meldungen aus dem Bundeskanzleramt sei in Ost-Berlin mit dem höchsten Gütesiegel, der Note 1, ausgezeichnet worden).