Gyūtō

Das Gyūtō (japanisch 牛刀) ist ein japanisches Küchenmesser (Hōchō), das als Gegenstück zum europäischen Kochmesser gilt und ähnlich vielseitig eingesetzt wird. Die Klinge ist schlank und relativ lang, beidseitig geschliffen und für ziehende oder schiebende Schnitte ausgelegt. Im Vergleich zu traditionellen deutschen Kochmessern besitzt sie einen flacheren Schneidenverlauf und einen geringeren Bauch. Gyūtō werden häufig aus hochgehärteten Kohlenstoffstählen gefertigt, wodurch sie eine hohe Schnitthaltigkeit erreichen, jedoch empfindlicher gegenüber mechanischen Belastungen sind. Der Messertyp entstand in der Meiji-Ära, als sich die japanische Esskultur unter westlichem Einfluss veränderte und der Konsum von Fleisch zunahm. In dieser Phase übernahmen japanische Schmiede Formen europäischer Kochmesser und entwickelten daraus das Gyūtō als eigenständige Variante.

  1. Zur Herstellung von handgeschmiedeten Messern in der Werkstatt von Moritaka Hamono vgl. How An 800 Year Old Blacksmithing Workshop Makes A Knife auf YouTube (7 Minuten 45 Sekunden).