Stramin

Stramin, auch Kanevas, Gitterstoff oder Stickereistoff genannt, ist ein stark appretiertes Gewebe mit regelmäßigen quadratischen Zwischenräumen aus stark gedrehtem Baumwoll-, Leinen- oder Halbleingarn. Es wird zum Besticken oder Knüpfen verwendet. Stramingewebe gibt es in unterschiedlichen Stärken von fein und leicht bis grob und schwer.

Man unterscheidet verschiedene Arten von Straminen, die in verschiedenen Stichgrößen angeboten werden:

  • weißer Stramin, verwendet zur Kreuzstich- und Gobelinstickerei
  • Dreherstramin, weißer einfädiger Stramin für die Gobelin- und Plattstichstickerei, siehe auch Gaze
  • Sudanstramin, grober Stramin für Kreuzstiche mit Wolle
  • Smyrnastramin, Stramin zum Knüpfen von Teppichen und für Smyrnastickereien

Stramine können mit Mustern oder farbigen Rechtecken bedruckt sein, um das Auszählen bei Stickereien oder Knüpfarbeiten zu erleichtern. Thérèse de Dillmont führte in ihrer 1886 erstmals publizierten Encyklopædie der weiblichen Handarbeiten aus, dass Stramin auch als Hilfsstoff auf Tuch, Samt oder Plüsch gelegt werden kann, um Stickereien aufzutragen. Die Straminfäden werden am Ende dann gezogen.

  1. Thomas Meyer zur Capellen: Lexikon der Gewebe. 5., grundlegende überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-86641-258-3, S. 385.
  2. Alois Kießling, Max Matthes: Textil - Fachwörterbuch. Fachverlag Schiele & Schön, Berlin 1993, ISBN 3-7949-0546-6, S. 360.
  3. Thérèse de Dillmont: Encyclopædie der weiblichen Handarbeiten. In: austria-forum.org. 1900, abgerufen am 7. Dezember 2025.
    1. S. 129.