Hans Luder (Hüttenmeister)

Hans Luder, auch (Groß-)Hans Luther (* 1459 in Möhra; † 29. Mai 1530 in Mansfeld) war ein deutscher Unternehmer. Er war Hüttenmeister in der Grafschaft Mansfeld, Bergmann, Grubenbesitzer und späterer Ratsherr sowie Vater des Reformators Martin Luther, der die Namensform mit „th“ erst um 1517 annahm. Die Familie führte ihren Nachnamen in unterschiedlichen Varianten: Lüder, Luder, Loder, Ludher, Lotter, Lutter oder Lauther. Damit bezog sie sich auf den seit etwa 1302 in Möhra ansässigen Ritter Wigand von Lüder, der aus dem Adelsgeschlecht von Lüder aus Großenlüder stammte. Auch dieser Ort wurde abwechselnd Luodera, Lutra, Luttura und Lutar geschrieben. Der Familienname Luder kann aber auch auf eine Form des Vornamens Lothar zurückgeführt werden.

  1. Willi Wild: Der Reformator war ein Luder. Interview mit Jürgen Udolph auf mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de, 7. November 2016, abgerufen am 28. Januar 2017.
  2. Familien- bzw. Namen wurden bis in die frühe Neuzeit fast ausschließlich mündlich weitergegeben und bestanden in der Regel nur aus einem Vor bzw. Rufnamen (siehe auch Namensrecht (Deutschland)). Da der Analphabetismus hoch war und viele Menschen nicht lesen und schreiben konnten, entstanden beim Aufschreiben durch Hörfehler, dialektspezifische Schreibweisen, undeutliche Aussprache, Schreib- und Lesefehler des Schreibers für die einzelnen Person unterschiedliche Schreibweisen und Varianten des Namens. siehe Adolf Bach: Deutsche Namenkunde. Bd. 1 Die deutschen Personennamen. Carl Winter, Heidelberg 1977-78, ISBN 978-3-533-00232-1, S. 24f.
  3. A. Rübsam: Beziehungen des Adelsgeschlechts von Lüder zum Stift Fulda im Mittelalter. Fulda 1907.
  4. Horst Herrmann: Martin Luther. Ketzer und Reformator, Mönch und Ehemann. München 1999, ISBN 3-572-10044-5, S. 14.
  5. Julius Köstlin: Martin Luther. 2012, ISBN 978-5-87667-626-9 (google.de [abgerufen am 28. Januar 2017]).
  6. Willi Wild: Der Reformator war ein Luder. Interview mit Jürgen Udolph auf mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de, 7. November 2016, abgerufen am 28. Januar 2017.