Hauptmann von Köpenick

Friedrich Wilhelm Voigt (* 13. Februar 1849 in Tilsit; † 3. Januar 1922 in Luxemburg) war ein aus Ostpreußen stammender Schuhmacher. Er wurde als Hochstapler unter dem Namen Hauptmann von Köpenick bekannt durch seine spektakuläre Besetzung des Rathauses der Stadt Cöpenick bei Berlin, in das er am 16. Oktober 1906 als Hauptmann verkleidet mit einem Trupp gutgläubiger Soldaten eindrang, den Bürgermeister verhaftete und die Stadtkasse raubte.

Dieses Ereignis, das auf großes öffentliches Interesse stieß und als die Köpenickiade in die deutsche Sprache einging, wurde häufig künstlerisch verarbeitet. Besonders bekannt ist Carl Zuckmayers Theaterstück Der Hauptmann von Köpenick.

  1. Der Name der Stadt lautete zum damaligen Zeitpunkt in amtlicher Schreibweise Cöpenick. Offiziell wurde diese Schreibweise erst zum 1. Januar 1931 in Köpenick geändert. In zeitgenössischen Dokumenten (auch amtlichen Urkunden wie beispielsweise dem Urteil des Landgerichts Berlin zur Tat Wilhelm Voigts), Büchern und Presseberichten herrschte seit Beginn des 20. Jahrhunderts allerdings bereits die Schreibung mit anlautendem K vor. Im vorliegenden Artikel wird der Name im Folgenden einheitlich als Köpenick wiedergegeben (außer in Zitaten aus Quellen, die die Schreibweise Cöpenick verwenden).