Havel-Oder-Wasserstraße

Als Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) wird die etwa 135 km lange schiffbare Wasserstraße zwischen der Havel in Berlin-Spandau und der Westoder an der deutsch-polnischen Grenze bei Friedrichsthal nördlich von Schwedt bezeichnet. Das etwa 65 km lange Mittelstück zwischen Hohensaaten an der Oder und der Oranienburger Havel südlich von Oranienburg wird weiterhin als Oder-Havel-Kanal mit der amtlichen Abkürzung OHK bezeichnet.

Die ab 1906 gebaute und 1914 als „Großschiffahrtsweg Berlin-Stettin“ von Kaiser Wilhelm II eröffnete Wasserstraße war der Neubau des Oder-Havel-Kanals auf einer komplett neuen Scheitelstrecke. Vom alten Kanalverlauf, Oranienburger Kanal, Malzer Kanal und Finow-Kanal und der das Oderbruch querenden Oderhaltung wurden nur ein kurzes Stück des Malzer Kanals und die Oderhaltung übernommen und entsprechend ausgebaut. Andererseits gehörte jetzt die parallel zur unteren Oder verlaufende Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße zum neuen Großschiffahrtsweg hinzu. Den Ausbaustandard bestimmte das 600-Tonnen-Schiff, nicht mehr das kürzere und schmalere Finowmaß-Schiff.

Der Name „Großschiffahrtsweg Berlin-Stettin“ setzte sich nicht durch, hingegen bürgerte sich der vom Kaiser bei der Einweihung verwendete Name Hohenzollernkanal ein. Nach 1945 wurde der schon vor 1914 gebrauchte Name Oder-Havel-Kanal verwendet, und nach der deutschen Wiedervereinigung der Name Havel-Oder-Wasserstraße kreiert.

Vom ursprünglichen „Großschiffahrtsweg Berlin-Stettin“ fehlen also jeweils die beiden Enden. Die Metropolen, die er doch verbinden sollte, sind zumindest aus dem Namen verschwunden.

  1. Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV): Die Havel-Oder-Wasserstraße.
  2. WSV: 100 Jahre Havel-Oder-Wasserstraße, 2014, S. 53
  3. WSV: 100 Jahre … , S. 35
  1. Der größte Teil des restlichen Malzer Kanals und der Anfang des Finowkanals ab Liebenwalde existieren heute nicht mehr. Im Verlauf der alten HOW bildete der Malzer Kanal die Verbindung zwischen der Friedrichsthaler Havel bei Friedrichsthal und dem Beginn des Finowkanals bei Liebenwalde. Der Oder-Havel-Kanal folgte 1914 im Wesentlichen dem Verlauf des Malzer Kanals zwischen Malz und Dusterlake. Auf diesem Stück verlor der Malzer Kanal seine Bezeichnung zugunsten des Oder-Havel-Kanals. Übrig blieben als Malzer Kanal das Anfangsstück von zwei Kilometern bei Malz und das drei Kilometer lange Endstück südlich Liebenwalde. Das Anfangsstück des Finowkanals von Liebenwalde bis zum Oder-Havel-Kanal bei Zerpenschleuse, genannt „Langer Trödel“, hatte seit 1925 nur noch wasserwirtschaftliche Bedeutung. Sein Anschluss an den Oder-Havel-Kanal wurde zugeschüttet, inzwischen durch die Schleuse Zerpenschleuse wieder mit dem Langen Trödel verbunden. Der heute noch betriebene Finowkanal verlässt den Oder-Havel-Kanal gegenüber.