Ichdystone Sexualorientierung
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| F66.1 | Ichdystone Sexualorientierung |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Die ichdystone Sexualorientierung bezeichnet nach ICD-10 den Wunsch, eine andere als die vorhandene (und eindeutige) sexuelle Ausrichtung zu haben. Die sexuelle Orientierung selbst wird dabei aber nicht als Störung angesehen – sofern diese nicht gemäß F65.4 im Abschnitt F65 als „Störungen der Sexualpräferenz“ zugeordnet wird.
Gegenstand der Diagnose ist ausschließlich das Empfinden, mit der jeweiligen Orientierung nicht klarzukommen, oder der Wunsch, diese deswegen zu ändern. Eine genaue Entsprechung im DSM-IV existiert nicht. Dort kann es mit 302.9 („Sexuelle Störung nicht anders spezifiziert“) deklariert werden.
Betroffene und Fachverbände beklagten seit geraumer Zeit, dass die sexuelle Ausrichtung in der Regel nicht das Problem darstellt. Der Wunsch, diese zu ändern, käme meist durch sozialen Druck zustande. Dem Wesen nach handelt es sich also um einen sozialen Konflikt. Dieser kann problemlos ohne Bezug auf eine Homosexualität und damit ohne Stigmatisierung als solcher codiert werden.
- ↑ ICD-10 Katalog der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Kapitel F66 icd-code.de Abgerufen am 31. März 2014
- ↑ Gisela Wolf: Psychopathologisierungsprozesse von LSBT*I-Lebensweisen in DSM-5 und ICD 10, Kapitel F. (PDF, 69 KB) Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, abgerufen am 28. Dezember 2022.