Index librorum prohibitorum

Der Index librorum prohibitorum („Verzeichnis der verbotenen Bücher“, kurz auch Index oder Index Romanus, „römischer Index“, genannt) war ein Verzeichnis der römischen Kurie, das diejenigen Bücher auflistete, deren Lektüre für jeden Katholiken als schwere Sünde galt; bei manchen dieser Bücher war als kirchliche Strafe die Exkommunikation vorgesehen. Unter dem gleichen Titel erschienen auch andere Listen verbotener Bücher, zum Beispiel der Index der spanischen Inquisition oder die Indices einzelner Universitäten.

Im 16. Jahrhundert gab es mehrere Kataloge verbotener Bücher, die von politischen und kirchlichen Instanzen verboten worden waren. Der Katalog der römischen Inquisition von 1559 war der erste, der den Namen Index trug und einen weltweiten Geltungsanspruch hatte. 1562 wurde eine Kommission eingesetzt, um den Index zu verwalten, 1564 verkündete ihn Papst Pius IV. als Richtlinie für künftige Zensoren. 1571 wurde dafür die Congregatio indicis librorum prohibitorum gegründet. Verboten waren alle ketzerischen, abergläubischen und obszönen Bücher, sowie alle nicht ausdrücklich approbierten Ausgaben und Übersetzungen der Bibel. Der Index Romanus wurde bis 1948 herausgegeben (mit Nachträgen bis 1962) und enthielt zuletzt 6000 Bücher. Der Index wurde nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1965 bzw. 1966 nicht mehr weitergeführt.