Inhalationsanästhetikum

Ein Inhalationsanästhetikum (auch Inhalationsnarkotikum) ist ein durch Inhalation aufnehmbarer Arzneistoff, der in der Anästhesie zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose eingesetzt wird. Inhalationsanästhetika werden als Gase (dann: Narkosegas) oder als verdampfte Flüssigkeiten (volatiles Anästhetikum) zum Beispiel über eine Beatmungsmaske oder einen Endotrachealtubus als Atemgasgemische (Gasgemische) verabreicht. Hierzu ist meist ein spezieller Verdampfer bzw. eine mit Narkosegas befüllte Gasflasche erforderlich. Inhalationsanästhetika für die Inhalationsanästhesie (oder Inhalationsnarkose) wirken hypnotisch, analgetisch, muskelrelaxierend und reflexdämpfend. Typische Vertreter sind die volatilen Anästhetika Desfluran, Sevofluran und Isofluran sowie die Gase Xenon und Stickoxydul (Lachgas). Ein über die Lunge zugeführtes Inhalationsanästhetikum wird im Gegensatz zu den intravenösen Anästhetika auch über die Lunge wieder eliminiert. Die Inhalationsanästhesie kann mit einer intravenösen Anästhesie kombiniert werden und damit eine balancierte Anästhesie erreicht werden.

  1. Anm. volatil = flüchtig bzw. verdunstend, im Sinne von bei Raumtemperatur verdampfend