Institut d’études politiques de Paris
| Institut d’études politiques de Paris | |
|---|---|
| Motto | Aux racines de l'avenir „An den Wurzeln der Zukunft“ |
| Gründung | 1872 |
| Trägerschaft | staatlich und private Stiftung |
| Ort | Paris, Nancy, Dijon, Poitiers, Menton, Le Havre, Reims |
| Land | Frankreich |
| Direktor | Luis Vassy |
| Studierende | 15.000 (davon 50 % internationale Studenten) |
| Mitarbeiter | 4 649 Dozenten |
| davon Professoren | 330 in Vollzeit |
| Jahresetat | 220 Mio. € (2022) |
| Website | www.sciencespo.fr |
Das Institut d’études politiques de Paris (IEP de Paris) (deutsch Institut für politische Studien Paris), gewöhnlich Sciences Po genannt, ist ein Grand établissement mit Hauptsitz im 7. Arrondissement von Paris. Zusammen mit dem Collège de France oder der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) genießt das Institut durch seinen verwaltungsrechtlichen Status das höchste wissenschaftliche Prestige aller Hochschuleinrichtungen Frankreichs.
Im QS World University Ranking by Subject liegt Sciences Po seit 2015 durchgehend weltweit unter den besten fünf Universitäten und belegte für das Jahr 2024 den 2. Platz im Bereich Politikwissenschaften und Internationale Studien. Die Hochschule rangiert damit direkt hinter der Harvard University und vor anderen Elitehochschulen wie der University of Cambridge in England oder der Yale University in den Vereinigten Staaten. Sciences Po nimmt weniger als 10 Prozent aller Bewerber im Parcoursup-Standardbewerbungsweg auf.
Zu den Alumni der Sciences Po Paris zählen sechs der bisher acht Staatspräsidenten der Fünften Republik (Emmanuel Macron, François Hollande, Nicolas Sarkozy, Jacques Chirac, François Mitterrand und Georges Pompidou), zahlreiche internationale Staats- und Regierungschefs sowie Führungspersönlichkeiten bei den Vereinten Nationen, der Welthandelsorganisation (WTO), dem Internationalen Währungsfonds (IMF) und dem Europäischen Parlament. Im Jahr 2023 wurde Angela Merkel die Ehrendoktorwürde verliehen.
Die von Émile Boutmy 1872 gegründete Privathochschule École libre des sciences politiques wurde 1945 verstaatlicht und in das Institut d’études politiques de Paris (IEP) und die Fondation nationale des sciences politiques (FNSP) aufgeteilt. Das neu gegründete Institut bereitete nach dem Zweiten Weltkrieg und bis in die 1990er Jahre hinein hauptsächlich auf die concours (Aufnahmeprüfungen) für die wichtigsten Verwaltungshochschulen Frankreichs vor, insbesondere die École nationale d’administration (ENA).
Vor allem durch die unter dem mittlerweile verstorbenen Direktor Richard Descoings eingeleiteten Reformen ist der akademische Fokus heute wesentlich breiter und umfasst nicht nur Politikwissenschaften, sondern zum Beispiel auch Jura, Wirtschaftswissenschaften, Finanzwissenschaft, Marketing, Kommunikation, Urbanismus/Stadtplanung, Management oder Journalismus. Entsprechend wenden sich heute über zwei Drittel der Absolventen nach ihrem Abschluss der Privatwirtschaft zu. Tatsächlich waren auch die meisten Mitglieder der Wirtschaftseliten Frankreichs, also z. B. die Vorstandsvorsitzenden der großen Unternehmen, zumindest für einige Jahre an Sciences Po, da ein Abschluss an der Sciences Po in Frankreich oft als Eintrittskarte für weiterführende Eliteschulen galt. Heute ist das Studium am Pariser IEP gegliedert in ein multidisziplinäres Bachelorstudium und ein konsekutives Masterstudium.
- ↑ Sciences Po Paris : qui est Luis Vassy, le nouveau directeur de l’école, Le Point, September 2024, abgerufen am 25. Juni 2025
- ↑ Governance & Budget. Abgerufen am 2. September 2024 (englisch).
- 1 2 Overview: Facts & Figures. Abgerufen am 2. September 2024 (englisch).
- ↑ Alumni | Sciences Po International. 4. Februar 2015, abgerufen am 28. September 2023 (englisch).
- ↑ Thomas Kirchner: Sciences Po: Ehrendoktorwürde für Angela Merkel. 28. Juni 2023, abgerufen am 28. September 2023.
- ↑ Overview: Facts & Figures. Abgerufen am 21. Oktober 2021 (englisch).