Interurban
Interurban ist eine Bezeichnung aus dem englischsprachigen Raum für eine Schienenverkehrsverbindung zwischen städtisch geprägten Gebieten. In Amerika versteht man darunter eine Mischform aus Überlandstraßenbahn und Nebenbahn, die zur Kostenersparnis in dicht bebautem Gebiet auch auf Straßen und in schwach bebauten Gebieten überwiegend auf eigenem Gleiskörper geführt wird.
Die ersten Interurbans wurden ab 1880, die meisten aber zwischen 1900 und 1908 gebaut. Danach wurden nur noch wenige neue Interurbans in Betrieb genommen. Nach Ende des Ersten Weltkrieges begann der Niedergang, der durch die frühe Massenmotorisierung in den USA ausgelöst wurde. Die große Depression Anfang der 1930er Jahre führte zur Schließung der meisten Netze, und nur wenige Strecken haben bis nach 1970 bestanden. Bei Interurbans wird meist schwereres Rollmaterial als bei Straßenbahnen eingesetzt, und es bestehen stärkere Verknüpfungen zur normalen Eisenbahn. In den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstand in einigen Städten der Gedanke, die innerstädtischen Strecken der Interurbans in Tunnel zu verlegen, ähnlich wie es in den 1970er Jahren bei den Stadtbahnen in Deutschland passiert ist. Dies führte zur Umsetzung von Projekten wie der Market–Frankford Subway-Elevated Line und zu unfertigen Projekten wie der Cincinnati Subway.
Interurbans dienen bzw. dienten hauptsächlich dem Personentransport und sind meist mit Oberleitung elektrifiziert.