Fiqh-Maximen

Als Fiqh-Maximen (arabisch قواعد فقهية, DMG qawāʿid fiqhīya von sing. qāʿida fiqhīya) werden im Islam eine Anzahl von prägnanten Formeln bezeichnet, die grundlegende Prinzipien der Normenlehre zusammenfassen und bei der Beurteilung von Rechtsfragen Anwendung finden. Viele dieser Maximen haben eine rhythmische Form und weisen Alliterationen auf. Allgemein schlägt sich in ihnen der Leitgedanke eines zu erhaltenden „Gemeinwohls“ (maṣlaḥa) nieder. Die Fiqh-Maximen, die neben den Usūl al-fiqh und den Rechtsanwendungen (furūʿ) einen eigenen Wissensbereich der islamischen Normenlehre bilden, stehen auf dem Lehrplan fast aller Scharia-Fakultäten, und ihre Beherrschung gilt als Qualifikationskriterium für die Befähigung zum Idschtihād.

  1. Vgl. Mohammed: „The Islamic Law Maxims“. 2005, S. 192.
  2. Vgl. Mohammed: „The Islamic Law Maxims“. 2005, S. 191.
  3. Vgl. Heinrichs: „Qawāʿid as a genre“. 2002, S. 368.