Jüngere Dryaszeit
| Serie/ (Glazial) |
Klimastufen | Zeitraum v. Chr. |
|---|---|---|
| Holozän | Präboreal | 9.610–8.690 |
| Pleistozän (Weichsel- -Spätglazial) |
Jüngere Dryaszeit | 10.730–9.700 ± 99 |
| Alleröd-Interstadial | 11.400–10.730 | |
| Ältere Dryaszeit | 11.590–11.400 | |
| Bölling-Interstadial | 11.720–11.590 | |
| Älteste Dryaszeit | 11.850–11.720 | |
| Meiendorf-Interstadial | 12.500–11.850 | |
| (Weichsel- -Hochglazial) |
Mecklenburg-Phase |
Die Jüngere Dryaszeit, auch nur Jüngere Dryas, Jüngere Tundrazeit, Jüngere Tundrenzeit oder Dryas 3 (im Englischen als Younger Dryas oder YD bezeichnet) war in der Erdgeschichte ein ca. 1000 Jahre andauernder scharfer Kälterückfall (Stadial) nach erstmaliger Erwärmung (dem Bölling-Alleröd) am Ende der Weichsel-Kaltzeit. Verschiedene Klimaanzeiger ergeben für die Jüngere Dryaszeit etwa einen Zeitraum von ca. 10.700–9.700 v. Chr. Während die Jüngere Dryas eine markante Abkühlung in der nördlichen Hemisphäre darstellt, zeigen antarktische Eisbohrkerne eine zeitgleiche Erwärmung. Diese antiphasische Beziehung wird als bipolare Wippe („bipolar seesaw“) bezeichnet und reflektiert eine interhemisphärische Umverteilung von Wärme über ozeanische Zirkulationssysteme. Die Jüngere Dryas ist der letzte Zeitabschnitt der letzten Kaltzeit und wird geologisch als Grönland-Stadial 1 (GS-1, rückwärts gezählt!) bezeichnet. Auf die Jüngere Dryaszeit folgte das Präboreal als erste Klimastufe des Holozäns.
- ↑ Józef Mitka, Wojciech Bąba, Kazimierz Szczepanek: Putative forest glacial refugia in the Western and Eastern Carpathians. In: Modern Phytomorphology. Band 5, 2014, S. 85–92 (phytomorphology.org PDF).
- ↑ Stocker, T. F., & Johnsen, S. J. (2003). A minimum thermodynamic model for the bipolar seesaw. Paleoceanography, 18(4).