Jakiw Holowazkyj

Kyrillisch (Ukrainisch)
Яків Федорович Головацький
Transl.: Jakiv Fёdorovyč Holovac`kyj
Transkr.: Jakiw Fedorowytsch Holowazkyj
Kyrillisch (Russisch)
Я́ков Фёдорович Голова́цкий
Transl.: Jakov Fëdorovič Golovackij
Transkr.: Jakow Fjodorowitsch Golowazki

Jakiw Fedorowytsch Holowazkyj oder Jakow Fjodorowitsch Golowazki (ukrainisch Яків Федорович Головацький, russisch Я́ков Фёдорович Голова́цкий, polnisch Jakub Hołowacki; * 17.jul. / 29. Oktober 1814greg. in Tschepeli bei Brody, Königreich Galizien und Lodomerien, Kaisertum Österreich; † 1.jul. / 13. Mai 1888greg. in Wilna, Gouvernement Wilna, Russisches Reich) war Folklorist und Wissenschaftler der galizisch-russischen Volkskunde und Sprache, Dichter, Historiker und Professor der ukrainischen Sprache und Literatur sowie Rektor der Universität Lemberg. Zudem gilt er neben Markijan Schaschkewytsch und Iwan Wahylewytsch als Mitbegründer der literarischen Gruppe „Russkaja trojza“, d. h. „Russische (oder ruthenische) Dreieinigkeit“.

Holowazkyj war ein überzeugter Anhänger der Idee der Dreieinigkeit des russischen Volkes und vertrat die Auffassung, dass Galizien von Russen bewohnt sei und daher Teil des Russischen Reiches sein sollte. Aufgrund dieser Überzeugungen wurde er von den österreichischen Behörden verfolgt und sah sich gezwungen, ins Russische Reich überzusiedeln, wo er eine Stellung als Staatsbeamter annahm. In Russland wurde Holowazkyj Mitglied der Russischen Geographischen Gesellschaft und Ehrenmitglied der Moskauer Gesellschaft für russische Geschichte und Altertumskunde.

  1. L.Je Machnovec’, Dmitrij Vasil’evič Čalij, Jevhen Stepanovyč Šabliovsʹkyj: Istorija Ukrajinsʹkoji Literatury. Naukova dumka, Kiew 1967, S. 346–352.