Vilnius

Vilnius
Wappen Flagge
Staat: Litauen Litauen
Bezirk: Vilnius
Stadtgemeinde: Vilnius
Gegründet: 1323
Koordinaten: 54° 41′ N, 25° 17′ O
Höhe: 112 m
Gemeindefläche: 401 km²
Einw. (Gemeinde): 611.176 (1. Feb. 2025)
Bevölkerungsdichte: 1.524 Einwohner je km²
Zeitzone: EET (UTC+2)
Telefonvorwahl: (+370) 5
Postleitzahl: 01001–14191
 
Status: Stadt, Stadtrecht seit 1387
Gliederung: 21 Seniūnijos („Ämter“)
 
Bürgermeister: Valdas Benkunskas
Website:
Vilnius

Vilnius [ˈvʲɪlʲɲʊs] anhören, deutsch Wilna (polnisch Wilno, belarussisch Вільня Wilnja, jiddisch ווילנע Wilne, russisch Вильнюс Wilnjus, früher Ви́льна Wilna), ist seit 1918 die Hauptstadt Litauens. Mit rd. 611.000 Einwohnern (Stand 2025) ist Vilnius die größte Stadt der drei Staaten des Baltikums. Als eine Stadt (litauisch miestas) ist sie zugleich das Zentrum der Stadtgemeinde Vilnius (litauisch miesto savivaldybė), die auch die Stadt Grigiškės umfasst.

Vilnius ist Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Vilnius und mit der 1579 gegründeten Universität Vilnius eine der ältesten Universitätsstädte Europas. Vilnius war von Anfang an eine baltische Gründung und wurde im Gegensatz zu den Hauptstädten der baltischen Nachbarländer, Riga in Lettland und Tallinn in Estland nie vom Deutschen Orden kontrolliert. Als Wilno entwickelte sich die Hauptstadt Litauens zum Zentrum eines ausgedehnten Großreiches, das auf dem Höhepunkt seiner Macht um 1618 als Polen-Litauen zeitweise von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer reichte. Vilnius/Wilno galt seit seiner Gründung als eine der liberalsten Städte Europas, die im Lauf ihrer Geschichte u. a. den verfolgten Juden aus Mitteleuropa und Russland Schutz bot. Als „Jerusalem des Nordens“ wurde Vilnius zu einem Zentrum der jüdischen Kultur und Aufklärung. Um 1900 stellten Litauer nur einen kleinen Teil der Bevölkerung (2 %), nach Juden (41 %), Polen (30 %) und Russen (20 %). Während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit verlor die Stadt die Mehrheit ihrer Bewohner: die jüdische Bevölkerung wurde fast vollständig im Holocaust vernichtet; ein Teil der Polen wurde während der ersten sowjetischen Okkupation (1940/41) nach Sibirien deportiert, die große Mehrheit der restlichen polnischen Einwohner nach dem Krieg von der Sowjetunion nach Polen umgesiedelt. Zum Ausgleich wurden vor allem Litauer, auch Russen und Belarussen hier angesiedelt, wodurch sich die ethnische und soziale Struktur der Stadt völlig veränderte.

Ab dem 16. Jahrhundert schufen italienische Baumeister zahlreiche barocke Bauwerke in der Stadt. Die Altstadt von Vilnius zählt zu den größten in Osteuropa und wurde 1994 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Aufgrund der über 50 Kirchen der Stadt trägt Vilnius auch den Beinamen „Rom des Ostens“.

  1. Statistisches Amt Litauen: Einwohnerzahlen der Munizipalitäten in Litauen