Johann Gaudenz von Salis-Seewis

Johann Gaudenz Gubert (Freiherr, ab 1815 Comte) von Salis-Seewis (* 26. Dezember 1762 in Malans; † 29. Januar 1834 ebendort) gilt als «namhaftester Schweizer Lyriker vor Gottfried Keller» (Friedrich Pieth). Obwohl er dem mächtigsten Adelsgeschlecht des Freistaats der Drei Bünde angehörte, begeisterte er sich als Offizier in französischen Diensten für die Ideale der Revolution. Nach Hause zurückgekehrt, gehörte er der regimekritischen Partei der Patrioten an, setzte sich aber nicht genügend für die Befreiung des Untertanengebiets Veltlin ein. 1798 betrieb er den Beitritt seiner Heimat zur Helvetischen Republik, als deren Generalstabschef er im folgenden Jahr zugleich Oberbefehlshaber der Armee war. Danach bekleidete er Ämter in Politik und Justiz des revolutionären Einheitsstaats wie auch Graubündens, das 1803 vom helvetischen Kanton Rhätien zum Stand der von Bonaparte mediatisierten Eidgenossenschaft wurde.

  1. Französisch: (baron) de Salis Sevis. In der Revolutionszeit schrieb sich der Dichter nur «J. G. Salis». Vom Titel Comte machte er im Gegensatz zu Nachfahren nie Gebrauch.
  2. Das gelegentlich auftauchende falsche Geburtsdatum 26. September geht zurück auf: Dresdner Journal. 27. März 1862, S. 289 f. (Digitalisat); Édouard-Marie Oettinger (Hrsg.): Moniteur des Dates […] (Dresden). 25. Lieferung, Januar 1868, S. 9 (Digitalisat).
  3. Friedrich Pieth: Bündnergeschichte. F. Schuler, Chur 1945, S. 292.
  4. Generalstabschef: 5. April–6. Juni 1799; Armeechef: ab 26. Mai.