John Gordon (Oberst)
John Gordon (* vor 1600; † 1649) war ein kaiserlicher Oberst und einer der Hauptbeteiligten an der Ermordung Wallensteins in Eger.
Er war calvinistischer Schotte vom Clan Gordon und das einzige Kind des John Gordon († 1600) aus dessen Ehe mit Margaretha Caldvel. Sein Vater war während des Achtzigjährigen Krieges 1600 in einer Feldschlacht in Flandern gefallen. Aus zwei späteren Ehen seiner Mutter hatte er drei Halbschwestern.
Gordon diente im Dreißigjährigen Krieg unter Wallenstein und wurde vom gemeinen Soldaten bis zum Oberst befördert. Er machte die Kriegszüge in Norddeutschland mit und warb im April 1632 als Oberstleutnant Truppen für das Wallensteinsche Heer.
Von Wallenstein zum Oberst und Kommandanten von Eger ernannt, stellte er sich 1634 zum Schein auf dessen Seite, leitete aber mit Walter Butler und Walter Leslie die Ermordung Wallensteins ein. Sein hierfür ausgesetzter Lohn betrug 120.000 Gulden.
Da Wallenstein als Hochverräter galt, wurden dessen Titel und Ländereien, unter anderem das Herzogtum Friedland, vom Kaiser eingezogen. Am 4. Juli 1635 schenkte Kaiser Ferdinand II. Gordon in Anerkennung seiner Dienste die bei der Auflösung des Herzogtums Friedland heimgefallenen Güter Smidar und Skřiwan in Böhmen.
Gordon starb 1649, vermutlich im Frühjahr und in Danzig. Er hinterließ keine leiblichen Nachkommen. Sein Leichnam wurde nach Den Haag überführt und in der dortigen Nieuwe Kerk begraben. In Den Haag lebten seine Halbschwestern und deren Kinder, die ihn beerbten und seine Ländereien in Böhmen verkaufen ließen.
- 1 2 3 Wilhelm Edler von Janko: Gordon, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 372 f.
- 1 2 3 Edmund Schebek: Die Lösung der Wallensteinfrage. T. Hofmann, Berlin 1881, S. 396 f.