Kühnheit

Kühnheit (von althochdeutsch kuoni, mittelhochdeutsch küene = wagemutig, beherzt, verwegen) ist ein Teilaspekt des Oberbegriffs Mut. Nach der historisch erschlossenen Definition des Wagnisforschers S.A. Warwitz bezeichnet Kühnheit eine „aggressiv vorwärts drängende Form von Mut“, wie sie sich vor allem in der Kriegergesellschaft etabliert und umgangssprachlich bis heute etwa in dem Typ des Draufgängers niedergeschlagen hat. Kühnheit ist ursprünglich eine Krieger- und Kämpfertugend. Im Gegensatz zu dem komplexen Oberbegriff Mut fehlt ihr der alternative Aspekt der Verweigerung einer verwerflichen Risikohandlung, die auch zum Mut gehörige Charakterstärke zum „Neinsagen“.

  1. Gerhard Wahrig: Das große deutsche Wörterbuch. Gütersloh 1970, Sp. 21.
  2. Siegbert A. Warwitz: Widerstände weichen dem Willen. In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. 3., erweiterte Auflage. Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2021. ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 40–44.