Kültepe

Koordinaten: 38° 51′ 0″ N, 35° 38′ 0″ O

Kültepe

Kültepe (türk. „Aschenhügel“) ist der moderne Name einer der bedeutendsten archäologischen Stätten in der Türkei. Am Anfang des 2. Jahrtausend v. Chr. blühte dort eine der größten Städte der Bronzezeit unter dem Namen Kaneš (und später auch Neša). Sie liegt etwa zwanzig Kilometer nordöstlich von Kayseri, in Südkappadokien. Dort wurde die älteste und größte Gruppe privater Archive gefunden. In der Unterstadt wurden ungefähr 22.700 Tafeln ausgegraben und 97 % dieser Tafeln (also mehr als 22.000) stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts v. Chr. Sie wurden in Häusern gefunden, die überwiegend von Assyrern bewohnt waren.

Der Ort besteht aus einer Oberstadt in Form eines Tells, der sich etwa 20 Meter über die heutige Ebene erhebt und einen Durchmesser von rund 520 Metern aufweist. Die Unterstadt liegt in der Ebene und umgibt die Oberstadt. Für die Oberstadt lässt sich archäologisch eine Besiedlung von der Frühen Bronzezeit bis in die Römische Kaiserzeit nachweisen, allerdings mit längeren Siedlungsunterbrechungen.

  1. Früher wurde häufiger der Vokal „i“ für die Transkription des Namens aus den Keilschrifttexten verwendet, und der Name als „Kaniš“ wiedergegeben. Seit Anfang der 2010er Jahre hat sich jedoch die Transliteration mit „e“ durchgesetzt. Vgl. Kulakoğlu 2010: Anatolia’s prologue Kultepe Kanesh; Larsen 2015: Ancient Kanesh; Michel 2020: Women of Assur and Kanesh.
  2. Eidem und Michel 2024: Some Mesopotamian Challenges, S. 34.