Kammerbau
Mit Kammerbau bezeichnet man ein spezielles Abbauverfahren im Bergbau. Der Kammerbau gehört wie der Örterbau und der Weitungsbau zu den Abbauverfahren mit kammerartiger Bauweise. Er wird auch als Kammerpfeilerbau und im Kalibergbau als Firstenkammerbau bezeichnet. Das Abbauverfahren wurde bereits im antiken römischen Bergbau als gängiges Verfahren zum Abbau von Mineralien eingesetzt. Im modernen Bergbau kommt der Kammerbau sowohl in massigen als auch in flözartigen Lagerstätten zum Einsatz. Hauptsächlich wird dieses Abbauverfahren im Kali- und Salzbergbau und im Eisenerzbergbau genutzt. Aber auch beim untertägigen Abbau von Kalkstein und Gips und beim Dachschieferbergbau wird oftmals Kammerbau angewendet. Im böhmischen Bergrevier wurde das Abbauverfahren auch beim Braunkohlebergbau genutzt. Auf der Grube Königstein wurde bis in die erste Hälfte der 1980er Jahre eine erweiterte Variante des Kammerbaus, der Kammer-Pfeiler-Bau zum Abbau von Uranerz angewendet.