Kastell Lützelbach

Kastell Lützelbach
(Lützelbacher Schlösschen)
Limes ORL 46 (RLK)
Strecke (RLK) ORL Strecke 10
Neckar-Odenwald-Limes
Odenwaldlinie
Datierung (Belegung) trajanisch
bis max. 159 n. Chr.
Typ Numeruskastell
Einheit unbekannter Numerus
Größe 70 × 75 m = 0,53 ha
Bauweise a) Trockenmauer
b) Mörtelmauer
Erhaltungszustand deutliche Spuren
Ort Lützelbach-Lützel-Wiebelsbach
Geographische Lage 49° 46′ 46″ N,  5′ 19″ O
Höhe 327 m ü. NHN
Vorhergehend ORL 46b Kastell Seckmauern (nordöstlich)
Anschließend Kleinkastell Windlücke (südlich)

Das römische Kastell Lützelbach, auch Lützelbacher Schlösschen genannt, war ein Numeruskastell der älteren Odenwaldlinie des Neckar-Odenwald-Limes.

  1. Die konventionelle Anfangsdatierung auf das Jahr 100 (±5) stützt sich auf die Ergebnisse der Ausgrabungen, die Dietwulf Baatz in den Jahren 1964 bis 1966 im Kastell Hesselbach vornahm. Sie basiert im Wesentlichen auf der Auswertung der dabei gefundenen Sigillaten (vgl. den entsprechenden Abschnitt im Hesselbach-Artikel und Dietwulf Baatz: Kastell Hesselbach und andere Forschungen am Odenwaldlimes. Gebr. Mann, Berlin 1973, ISBN 3-7861-1059-X, (Limesforschungen, Band 12), S. 85–96). In der jüngeren Literatur wird einer Anfangsdatierung des Kastells Hesselbach wie des gesamten Odenwaldlimes auf den Zeitraum 107/110 resp. 110/115 der Vorzug gegeben. Dieser Datierungsansatz stützt sich nicht auf neue Ausgrabungsbefunde, sondern auf eine statistische Neubewertung der Münzfunde aus allen Kastellen des Obergermanisch-raetischen Limes, die der Archäologe Klaus Kortüm 1998 erstmals vorgelegt hat und auf die sich inzwischen einige Autoren der jüngeren Literatur stützen. (vgl. Klaus Kortüm: Zur Datierung der römischen Militäranlagen im obergermanisch-raetischen Limesgebiet. In: Saalburg-Jahrbuch 49, 1998. Zabern, Mainz 1998, S. 5–65, Egon Schallmayer: Der Limes. Geschichte einer Grenze. Beck, München 2006, ISBN 3-406-48018-7, S. 49–52 sowie S. 54f. und Ders.: Der Odenwaldlimes. Entlang der römischen Grenze zwischen Main und Neckar. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2309-5, S. 24f. und 35)