Katalonien

Katalonien
Flagge, La senyera Wappen
Bezeichnungen
spanisch: Cataluña
katalanisch: Catalunya
aranesisch: Catalonha
Basisdaten
Land: Spanien Spanien
Hauptstadt: Barcelona
Fläche: 32.121 km²
Einwohner: 8.034.743 (Stand: 2024)
Bevölkerungsdichte: 250 Einw./km²
Ausdehnung: Nord–Süd: ca. 260 km
West–Ost: ca. 240 km
ISO-3166-2-Code: ES-CT
Website: www.gencat.cat
Internet-TLD: .cat
Hymne: Els Segadors
Politik und Verwaltung
Amtssprache: Spanisch, Katalanisch, Aranesisch
Autonomie seit: 29. September 1977
(Wiederherstellung)
Präsident: Salvador Illa (PSC)
Vertretung in den
Cortes Generales:
Kongress: 46 Sitze
Senat: 7 Sitze
Gliederung: 4 Provinzen
42 Comarques
49 Gerichtsbezirke
947 Gemeinden
Karte

Katalonien (katalanisch Catalunya [kətəˈluɲə], aranesisch (okzitanisch) Catalonha [kataˈluɲa], spanisch Cataluña [kataˈluɲa]) ist eine Region im Nordosten Spaniens zwischen der Mittelmeerküste und den Pyrenäen. In diesem Sinne wird es im Folgenden behandelt.

Daneben ist Katalonien die Bezeichnung für den katalanischen Sprach- und Kulturraum, der weitere Gebiete umfasst, die außerhalb der spanischen Region Katalonien liegen, etwa in der Region der Valencianischen Gemeinschaft und auf den Balearischen Inseln in Spanien sowie im Roussillon und Andorra jenseits der spanischen Staatsgrenzen.

Politisch ist Katalonien im hier behandelten engeren Sinne eine von 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens und gilt aufgrund geschichtlicher und kultureller Besonderheiten neben dem Baskenland und Galicien als eine der Nacionalidades históricas Spaniens. Die Hauptstadt der Region ist Barcelona. Die Einwohner Kataloniens heißen Katalanen. Amtssprachen sind Katalanisch, Aranesisch und Spanisch sowie Llengua de Signes Catalana, die katalanische Gebärdensprache.

Historisch geht Katalonien auf die Spanische Mark des Frankenreichs (in Abgrenzung zum maurischen Spanien) und die im Mittelalter entstehende Grafschaft Barcelona zurück, in denen sich die sprachlichen, kulturellen und politischen Besonderheiten Kataloniens früh herausbildeten und festigen konnten, die sich dann, namentlich im Zuge der Reconquista, in südlicher Richtung ausgebreitet haben (siehe Königreich Valencia). Im Jahr 1137 entstand aus dem östlich der heutigen spanischen Region Katalonien gelegenen Königreich Aragón und den Ländern der Grafen von Barcelona eine bis 1516 bestehende, als Krone von Aragonien bezeichnete und vom barcelonesischen Grafengeschlecht in Personalunion regierte Staatengemeinschaft, die noch im 12. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten Mächte am östlichen Mittelmeer aufstieg. Nach der Heirat der Katholischen Könige, Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien, entstand 1497 aus deren Herrschaftsgebieten das Königreich Spanien, und Katalonien wurde ein Teil davon. Das Machtzentrum des Königreichs bildete sich in Madrid, und die Entdeckungsfahrten sowie das daraus entstehende spanische Weltreich in Übersee bewirkten einen Niedergang des Mittelmeerhandels und den Bedeutungsverlust Aragoniens-Kataloniens gegenüber dem kastilischen Zentrum. Erst infolge der Romantik führten seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Renaixença und Katalanismus zur Belebung des katalanischen Nationalbewusstseins, der erneuten Aufwertung der katalanischen Sprache gegenüber dem kastilischen Spanisch sowie Autonomie- und Unabhängigkeitsbestrebungen, die im Franquismus verfolgt und nach dem Tod Francos im Zuge der Demokratisierung und Dezentralisation Spaniens an Kraft gewannen und das heute geltende Autonomiestatut hervorgebracht haben – mit zahlreichen Rechten insbesondere im Hinblick auf den Gebrauch der katalanischen Sprache in allen Lebensbereichen. Die ökonomische Situation verbesserte sich mit der Industrialisierung seit 1832 erheblich. Bald bildete sich um Barcelona eine bedeutende Textilregion, die auch chemische und metallverarbeitende Betriebe anzog. Die Entwicklung des Tourismus brachte im 20. Jahrhundert zusätzliche Verdienstmöglichkeiten, insbesondere an den Küsten (Costa Brava). Katalonien wurde neben dem Baskenland eine der produktivsten und wohlhabendsten Gegenden Spaniens.

Internationale Aufmerksamkeit erregte eine Zuspitzung der politischen Auseinandersetzung über die katalanische Frage im Jahr 2017: Das Parlament von Katalonien erklärte Katalonien am 27. Oktober nach einem umstrittenen Referendum zu einer von Spanien unabhängigen Republik. Die spanische Regierung erklärte diesen Schritt für nicht rechtmäßig und setzte die Regionalregierung und das Parlament ab. Nach Neuwahlen zum Regionalparlament am 21. Dezember 2017 prägten weiterhin separatistische Parteien die katalanische Politik. Seit August 2024 steht Salvador Illa (PSC) an der Spitze der Generalitat. Seine Regierung wird von sozialdemokratischen und linken Kräften getragen.

  1. Instituto Nacional de Estadística Offizielle Einwohnerzahlen der spanischen Gemeinden
  2. Industrialisierung, abgerufen am 2. November 2025.