Kerckerinck
Kerckerinck ist der Name eines alten münsterländischen Adelsgeschlechts.
Es besteht aus zwei Linien:
- von Kerckerinck zur Borg, mit dem Stammsitz Haus Borg in Rinkerode und
- von Kerckerinck zu Stapel, mit dem Stammsitz Haus Stapel bei Havixbeck.
Der vermutlich gemeinsame Ursprung der beiden Linien konnte bisher nicht geklärt werden; beide gehörten zu den traditionellen münsterschen Erbmännern.
Wegen des namensähnlichen und ebenfalls aus Westfalen stammenden, wohl aber nicht stammesverwandten münsteraner Erbmännergeschlechts und lübischen Patriziergeschlechts, das sich in Westfalen auch nach ihrem Gut Tilbeck bei Havixbeck benannte, siehe unter Kerkring.
Die Kerckerinck insgesamt stellten ab 1239 von allen Erbmännerfamilien die meisten, nämlich vierundzwanzig, Ratsherren von Münster, davon erreichten zehn das Amt des Bürgermeisters. Johannes Kerckerick z. B. hat eines der beiden Bürgermeisterämter 1371 übernommen und – trotz starker Kritik aufgrund des zweiten Ausbruchs der Pest 1382 – ununterbrochen bis 1387 ausgeübt. Als städtische Patrizier besaßen sie in Münster um 1350 einen Erbmannshof am Alten Steinweg, bis 1730 zwei Häuser östlich der Bolandsgasse, ab 1486 einen Erbmannshof und vor 1408 bzw. 1425 zwei Häuser an der Salzstraße.
An Landgütern besassen sie – außer den für die Familienzweige namensgebenden Gütern – zeitweilig auch Haus Getter in Amelsbüren, Gut Uhlenbrock bei Nienberge und Haus Brock bei Roxel.
- ↑ name="CRA">Mirko Crabus: Die Ratsherren der Stadt Münster im Mittelalter, in: Westfälische Zeitschrift, Nr. 166, 2016, S. 75–134 (PDF, 1,69 MB).
- ↑ Karl-Heinz Kirchhoff: Die Erbmänner und ihre Höfe in Münster in: Westfälische Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde, 116. Band, 1966, S. 14 (PDF; 2,3 MB)