Kieler Schule

Als Kieler Schule bezeichnet man eine Gruppe nationalsozialistischer Rechtswissenschaftler, die zur Zeit des Nationalsozialismus an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gewirkt haben.

An der Kieler Universität, die im NS-Sprachgebrauch „Grenzlanduniversität des nordischen Raumes Kiel“ genannt wurde, mussten nach der nationalsozialistischen Machtergreifung überdurchschnittlich viele jüdische und politisch unliebsame Professoren ihre Stelle verlassen. Durch zielgerichtete Neubesetzung der Lehrstühle mit jungen, systemkonformen Rechtswissenschaftlern bot sich nun die Möglichkeit, aus der Fakultät eine Art nationalsozialistische Musterfakultät („Stoßtruppfakultät“) zu machen, die der nationalsozialistischen Idee der „Rechtserneuerung“ dienen sollte. Bei diesen neu nach Kiel berufenen Professoren handelte es sich um Karl Larenz, Ernst Rudolf Huber, Georg Dahm, Karl Michaelis, Franz Wieacker, Karl August Eckhardt, Friedrich Schaffstein, Paul Ritterbusch und Wolfgang Siebert.