Kläranlage

Eine Kläranlage, auch Abwasserbehandlungsanlage oder Klärwerk, in der Schweiz und in Österreich auch Abwasserreinigungsanlage (ARA) genannt, ist eine technische Anlage zur Reinigung von Abwasser. Zur Beseitigung der Gewässer verunreinigenden Bestandteile der Abwässer werden mechanische (auch physikalische genannt), biologische und chemische Verfahren eingesetzt. Da diese Verfahrensarten nacheinander in verschiedenen Reinigungsstufen eingesetzt werden, nennt man moderne konventionelle Kläranlagen in der Regel „dreistufig“. Mittlerweile werden Kläranlagen auch mit einer vierten Reinigungsstufe ausgerüstet, wobei hier über verschiedene Verfahren (z. B. Ozonung, Aktivkohlefiltration) Mikroverunreinigungen (z. B. Arzneimittelrückstände, Pestizide) aus dem Abwasser entfernt werden. Die erste Kläranlage auf dem europäischen Festland wurde 1887 in Frankfurt-Niederrad in Betrieb genommen.

Weltweit fallen mit Stand 2018 pro Jahr rund 1000 Kubikkilometer Abwasser an. Hiervon werden in den Industriestaaten ca. 70 % durch Kläranlagen gereinigt, in wenig entwickelten Staaten jedoch nur etwa 8 %.

  1. Hersteller sollen für Abwasserklärung zahlen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland, Nummer 227/2019 vom 30. September 2019, S. 15.
  2. Lu Lu et al.: Wastewater treatment for carbon capture and utilization. In: Nature Sustainability. Band 1, 2018, S. 750758, doi:10.1038/s41893-018-0187-9.