Vierte Reinigungsstufe

Unter der 4. Reinigungsstufe (in der Schweiz auch MV-Stufe) versteht man einen zusätzlichen Reinigungsschritt in der Klärtechnik. Ihre Aufgabe ist es, schwer abbaubare Spurenstoffe, die in diesem Fall zumeist von Reinigungsmitteln, kosmetischen Produkten oder aus der Medizin stammen, zu eliminieren. Diese Stoffe kommen im Kläranlagenauslauf zwar nur im Bereich von Mikro- oder Nanogramm pro Liter vor, aber viele von ihnen haben auch noch in dieser Konzentration eine nachweislich große negative Wirkung in der Umwelt und auf den Menschen. Dadurch, dass an vielen Orten auch Trinkwasser aus den Oberflächengewässern gewonnen wird, beziehungsweise die Stoffe über die Gewässer auch ins Grundwasser gelangen, befinden sie sich auch im Trinkwasser und müssen in der Trinkwasseraufbereitung aufwendig beseitigt werden. Zudem sind einige der Stoffe bioakkumulativ, das bedeutet, sie reichern sich in Tieren oder Pflanzen an und somit auch in der menschlichen Nahrungskette.

  1. BMUB/UBA (Hrsg.) (2017): Policy-Paper Empfehlungen des Stakeholder-Dialogs »Spurenstoffstrategie des Bundes« an die Politik zur Reduktion von Spurenstoffeinträgen in die Gewässer. Eds.: Hillenbrand, T.; Tettenborn, F.; Bloser, M.; Bonn: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit/Dessau: Umweltbundesamt, abgerufen am 3. Januar 2025