Trockenmauerwerk

Trockenmauerwerk (auch „Klaubsteinmauerwerk“) bezeichnet ein Mauerwerk aus Bruch- bzw. Natursteinen, das ohne Zuhilfenahme von Mörtel errichtet wurde.

Trockenmauerwerk wird heute vor allem im Gartenbau angewandt, hatte aber in der Baugeschichte verschiedene Anwendungsbereiche, so beim Haus- und Objektbau, Brunnenbau, im historischen Wasserbau, bei der Anlage von Feld- und Wehrmauern, beim Megalithanlagenbau (als Ergänzung) und im landwirtschaftlichen Terrassenbau (wie dem Steillagenweinbau). Vollständig aus Trockenmauerwerk bestehende Häuser beschreibt der Artikel Kraggewölbebauten aus Trockenmauerwerk.

Am 28. November 2018 wurde der Trockenmauerbau von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Dies umfasst Kenntnisse und Techniken in Kroatien, Zypern, Griechenland, Italien, Slowenien, Spanien, Frankreich und in der Schweiz. Am 5. Mai 2021 kam Österreich dazu. Im Dezember 2024 wurden weitere Länder, namentlich Andorra, Belgium, Irland und Luxemburg hinzugefügt.

Nicht zum Mauerwerk zählen die heutigen Steinkorbmauern („Gabionen“).

  1. Julius Steckmeister: Steinepuzzeln für neuen Lebensraum. badische-zeitung.de, 24. April 2015.
  2. Trockenmauerbau in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. In: Stiftung Umwelteinsatz.
  3. Immaterielles Kulturerbe – 3 Neuaufnahmen in das österreichische Verzeichnis. Pressemitteilung zur 19. Eintragungsrunde. unesco.at, 5. Mai 2021; abgerufen am 5. Juni 2021.
  4. Art of dry stone walling, knowledge and techniques. UNESCO 2024
  5. Daniel Conrad: Unesco. Trockenmauerbau ist jetzt auch in Luxemburg Weltkulturerbe. In: wort.lu (Luxemburger Wort). 5. Dezember 2024, abgerufen am 6. Dezember 2024.
  6. Ireland’s Dry Stone Construction receives UNESCO recognition vom 5.12.2024