Kombinat Schienenfahrzeugbau
| VEB Kombinat Schienenfahrzeugbau Berlin | |
|---|---|
| Rechtsform | VEB |
| Gründung | 1979 |
| Auflösung | 1990 |
| Auflösungsgrund | Privatisierung |
| Sitz | Berlin, Deutsche Demokratische Republik |
| Mitarbeiterzahl | 24.420 (1990) |
| Umsatz | 3,5 Mrd. Mark (1989) |
| Branche | Schienenfahrzeugbau |
| Stand: 30. Juni 1990 | |
Der VEB Kombinat Schienenfahrzeugbau Berlin war ein Kombinat in der Deutschen Demokratischen Republik.
Das Kombinat war ein Hersteller von Schienenfahrzeugtechnik und einer der größten Exporteure von Schienenfahrzeugen weltweit. Über den Betrieb VEB Waggonbau Dessau war das Kombinat unter anderem der weltgrößte Hersteller von Kühlwagen. Im Jahr 1989 wurden rund 1300 Reisezugwagen und 1330 Kühlfahrzeuge ausgeliefert.
Neben diversen Zulieferbetrieben gehörten zum Kombinat sechs Waggonbaubetriebe. Diese waren der Waggonbau Altenburg und der Waggonbau Niesky (Güterwagen), der Waggonbau Dessau (Kühlwagen) sowie der Waggonbau Ammendorf, der Waggonbau Bautzen und der Waggonbau Görlitz (Reisezugwagen). Mit Stand vom Ende 1989 hatten die Waggonbaubetriebe Bautzen, Dessau und Görlitz mit Mitarbeiterzahlen zwischen 3300 und 3700 vergleichbare Größen, der Betrieb Ammendorf war mit rund 4800 Mitarbeitern der größte. Im Güterwagen-Betrieb in Niesky waren nur rund 1900 Menschen angestellt.
Im Kombinat wurden jedoch keine Triebfahrzeuge hergestellt. Hierfür war innerhalb der DDR das Kombinat Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ (LEW) zuständig, das sich auf E-Loks und in kleinerem Maße auf kleinere Diesellokomotiven spezialisiert hatte. Schwere Dieselloks wurden im Rahmen von RGW-Spezialisierungen aus Rumänien importiert.
- ↑ „Die Wirtschaft – Unabhängige Wochenzeitung für Wirtschaft, Handel und Finanzen“ (Hrsg.): Kombinate: Was aus ihnen geworden ist. Reportagen aus den neuen Ländern. Verlag Die Wirtschaft, München 1993, ISBN 3-349-01041-5, S. 377–381. (Anhang: Zentralgeleitete Kombinate der Industrie und des Bauwesens nach Ministerien, Stand 30. Juni 1990, basierend auf Zahlen des statistischen Betriebsregisters der DDR)
- 1 2 Ingrid Hilbert: „Kombinat Schienenfahrzeugbau Berlin: Ostdeutscher Schienenfahrzeugbau will überleben“ S. 260, In: Kombinate: Was aus ihnen geworden ist. Reportagen aus den neuen Ländern. Berlin / München, „Verlag die Wirtschaft“ 1993.
- ↑ Das stählerne Herz von Halle - 194 Jahre Waggonbau in Halle, sfw-halle.de, abgerufen am 2. April 2025.
- ↑ Kompetenzzentrum für saubere Mobilität, innovation-strukturwandel.de, abgerufen am 2. April 2025.
- ↑ Ingrid Hilbert: „Kombinat Schienenfahrzeugbau Berlin: Ostdeutscher Schienenfahrzeugbau will überleben“ S. 269, In: Kombinate: Was aus ihnen geworden ist. Reportagen aus den neuen Ländern. Berlin / München, „Verlag die Wirtschaft“ 1993.